Stellung und Rechte des Kaisers.
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Prinzessin gewesen so würde die französische Revolution nicht so weitgekommen sein. Die Freiheit soll sich nur mit der Freiheit und der Tagnicht mit der Nacht vermählen." War denn als Marie Antoinette nachFrankreich zog dort „Freiheit" und der „Tag"?! Außer den beidenGenannten stimmten nur noch Nicger Violand Madonizza und Ziemialkowskifür den Antrag, der somit mit weitaus überwiegender Mehrheit fiel*).
Bei der Ernennung der Beamten durch den Kaiser, H. 19, wurdevon einer Seite der Zweifel angeregt ob sich dies auch auf die Bischöfebeziehe, d. h. ob der Kaiser der freien Kirche gegenüber noch das Er-nennnugsrecht der Bischöfe habe? Gegen dieses freie Recht der Kircheerhob sich Kautschitsch: „Die Religionen unterscheiden sich in solche dieein von jeder Staatsgränzc unabhängiges Ccntrum haben, oder nicht;die letzter» sind ungefährlich und dahin gehört die protestantische; diecrsteren sind staatsgefährlich, wie die katholische griechische und jüdische.Wenn daher ein Staat bestehen soll so kann er keine Kirche die imAusland ihr Ccntrum hat unabhängig erklären, denn niemand kannzweien Herren dienen." „Bezüglich der jüdischen Religion", entgegncteGoldmark, „ist der Abgeordnete Kautschitsch im Jrrthum. Daß die Un-abhängigkeit der jüdischen Kirche nicht staatsgcfährlich ist folgt schondaraus daß sie kein Vermögen hat; und wenn es wahr ist daß wir aufeinen Messias warten so muß er im Jahre 1849 kommen. Sind wirnicht mehr gedrückt so brauchen wir keinen Messias; unsere Hierarchielegen wir gern auf den Altar des Vaterlandes"**).
Bezüglich der Minister bestimmte der Z. 43: „Kein Mitglied derkaiserlichen Familie und niemand der nicht österreichischer Staatsbürgerdurch Geburt ist kann Minister werden." Cavalcabo war für die Weg-lassung der Worte „durch Geburt", was Brestel mit dem Beisatz unter-stützte: „Wir haben schlechte Minister gehabt welche Inländer waren;unter den gegenwärtigen Ministern ist vielleicht der im Ausland gcborne ***)noch der beste." Kautschitsch Laufcnstein Goldmark Ricgcr waren gleich-falls für den Vcrbesscrungsantrag, der aber doch in der Minderheitblieb; denn, wie Goriup meinte, „Ausländer werden wohl nicht leichtaus Patriotismus, sondern aus Eigennutz Ministerstellen annchmen; auchist es für das eigene Vaterland entehrend sich durch Fremde regieren zu
*) Protocollc S. 100 f.
**) Am 3. Februar S. 88 s.
***) von Bruck.