Bruch mit dem Radikalismus des Jahres 1848.
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sich den K. 1, den die Kammer von der Spitze der „Grundrechte" ab-gesetzt hatte, vollends aus der Welt zu schaffen. „Ich bewege mich gernauf praktischem Boden", sagte derselbe Pinkas der um dieses Paragraphenwillen dem Ministerium früher so großen Verdruß bereitet hatte, „undnachdem ich vorziehe unfern Völkern eine praktische Constitution zu gebenstatt einen theoretischen Streit zu beginnen und um einer Marotte willenunsere Stellung zu gefährden, so stimme ich dagegen. Ich sehe den Kammcr-beschluß als eine diplomatisch vernünftige Ablehnung des Z. 1 an. VonAdam her geht freilich alle Gewalt vom Volke aus, aber in xraxi stehtcs damit anders." Goldmark zeigte sich wohl etwas ungehalten darüberdaß „ein so wichtiges Princip eine Marotte genannt werden soll", undmeinte gegen Pinkas: „Wenn wir uns aus den heute praktischen d. i. denWindisch-Grätzischen Boden stellen, so gibt cs gar keine Theilung derGewalten, höchstens so daß einer haut und alle andern die Streicheempfangen." Doch selbst Brestel, also ein Parteigenosse Goldmark's,pflichtete diesmal Pinkas bei und eroberte für sein Amendement: „DieStaatsgewalten dürfen nur auf die in dieser Constitution festgesetzteWeise ausgeübt werden" die größere Anzahl von Stimmen*).
Welcher Geist der Mäßigung die Mehrheit des Ausschußes be-herrschte gab sich auch bei Berathung des die Nationalgarde, also einerder am höchsten gepriesenen unter den Mürz-Errungenschaften betreffen-den Absatzes kund. Er wolle sich zwar, äußerte Hein, keineswegs derHoffnung hingebcn daß er mit seinem Anträge auf gänzliche Beseitigungder Bolkswehr durchdringen werde; allein er für seinen Theil habe vondiesem Institute gar nichts ersprießliches erfahren, und wenn er sich diefreiesten Staaten der Welt, England und Amerika anschauc, so müße ersagen daß die Nationalgardc für den Bestand freier Staaten keineswegsnothwendig sei. Casetan Mäher war ganz derselben Meinung: „Wohaben in Wien die gewählten Chefs Gehorsam gefunden? Und wie sinddiese selbst in ernsten Krisen z. B. am 6. Octobcr ihren Pflichten nach-gekommcn? Wären sic von der Regierung ernannt gewesen würden siebessere Dienste geleistet haben. Wird die Nationalgarde wie bisher einemilitairische Spielerei bleiben so wird sich ans diesem Institute derganze Geist verlieren. Wollte man militairisches Leben hineinbringen somüßte man gediente Leute an die Spitze stellen." Zuletzt fiel der Beschluß
*) Am 7. Februar; S. 127 s.