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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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III. 16. Hippokratische Physiognomie des Reichstages.

gereizten Stimmung die im Volke gegen den Reichstag fortwährend zu-nahm frische Nahrung geben.

Auch über diesen letztern Punkt hatte Kudlich in seinem eigenenWahlbezirke Erfahrungen gesammelt und konnte seinen politischen Freundendavon erzählen. Er hatte sowohl in Beunisch als au andern OrtenVersammlungen einberufen und Standreden gehalten, die aber nach seinemeigenen Geständnis in der Hauptsache ohne Wirkung blieben.Als ich dieBauern fragte ob sie sich der Sprengung des Reichstages und der Wieder-einführung der alten Zustände uöthigenfalls mit Gewalt widersetzen würden,wurde mir nur eine sehr unbestimmte Antwort zutheil" *). Warum solltensie auch? Daß bezüglich ihrer Robot, die ihnen allein am Herzen lag,die alten Zustände nicht zurückkehren würden, dafür hatten sie das wieder-holte Wort des alten und des neuen Kaisers, und was kümmerte siesonst der Reichstag? Wenn der letztere die große Masse der Landbevöl-kerung durch seine vorzeitige Lösung der Robot-Frage für alles übrigegleichgiltig gemacht hatte, so war es ihm dagegen widerfahren andereGesellschafts-Classen geradezu herauszufordern und wider sich in Harnischzu bringen. Der in einem Zeitpunkte der Kriege wie jetzt doppelt mäch-tigen Militair-Partei mußten die Verhandlungen über den Antrag Zby-szewski wie ein Hohn erscheinen. Die höheren Stände hatte die Abschaffungdes Adels aufs tiefste verletzt, und das umsomehr als Smolka dieseSache so genau nahm daß er, wo doch die Sanction noch fraglich, janoch nicht einmal die dritte Lesung vorgenommen war, in seiner amtlichenStellung sorgfältigst jedem Adels-Prädicate aus dem Wege ging undz. B. um nicht Stadion und Kraus den Grasen- und Freiherrn-Titel,Bruck und Thinnseld dasvon" zu geben, regelmäßig nur denHerrnMinister des Innern, der Finanzen" rc. aufrief; bei gewöhnlichen Ab-geordneten wie beiHerrn Karl Kübcck" legte er sich keinen Zwang auf.Das größte und allgemeinste Aergernis aber gab dieReligionsmacherei"bei den Verhandlungen über die M. 13 bis 15. Namentlich hatte der Brau-ner'sche Antrag, daß Weihen und Gelübde vor dem Gesetze keine bindendeKraft haben sollten, eine tiefe Entrüstung hervorgerufen, während dieseselben Verhandlungen von Aufhetzcrn auf dem Laude benützt wurden dasVolk in der Richtung aufzuhetzen, als ob der Reichstagden Judenmehr Rechte gebe als den Christen". Der Paragraph der über diesen

«') Rückblicke III S. 214, 216 s.