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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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II. 15. Auf den andern Kriegsschauplätzen.

den Magistratssecretär Friedrich Schelker nach Bukarest zu schicken umsich russische Verstärkungen zu erbitten; General Luders aber erklärte daßer selbst für den Augenblick nicht über mehr Truppen verfügen könne *).

So vermochten die Abgesandten wenig gute Botschaft nach Hausezu bringen, während man in Olmüz und im großen Haupt-Quartiersowie im Publicum überhaupt über die russische Hilfe, die Nothwcndigkeit,die Unausweichlichkeit derselben noch immer die Köpfe zusammensteckte.Der einzige der über die Frage, und nicht blos für Siebenbürgen, klarenBescheid wußte war der Feldmarschall.Sollte selbst fremde Hilfe noth-weudig werden", hieß es in seinem an den Minister-Präsidenten am16. Februar gerichteten Schreiben,so würde ich doch kein Bedenkentragen mich dafür auszusprecheu, da jedes Pactiren mit der Partei, wiesie sich nun gezeigt hat, nur zu gänzlicher Auflösung führen kann." Alsjemand den Zweifel aufwarf ob es denn jetzt schon nothwendig sei dieRussen zu rufen, gab Windisch-Grätz zur Antwort:Vielleicht nicht, undum zu retten können die Russen allerdings noch später kommen; geschiehtes aber erst dann nachdem wir im Nachtheil sind, dann ist es unendlichschädlicher." Ganz anders war über diesen Punkt die Stimmung in denWiener Regierungskreisen und am kaiserlichen Hoflager, wo man nochimmer zu glauben schien Pnchner habe die fremde Hilfe ohne eigentlichesBedürfnis herbeigerufen. Noch am 16. Februar ging aus Olmüz einSchreiben des Fürsten Schwarzenberg an Pnchner ab, den erauf BefehlSr. Majestät des Kaisers" anffordcrte die Ursachen zu erklären aus denener sich ungeachtet der Weisung vom 20. Januar veranlaßt gefunden dierussische Hilfe anzurufen,ferner in dem weitern Verlaufe des FeldzugesIhre Dispositionen in der Art zu treffen daß die kaiserlich russischenTruppen ausschließlich zur Besetzung des Gränzbezirkes verwendet, inkeinem Falle aber zur Theilnahme an den Kriegs-Operationen im Innerndes Landes gezogen werden". . .

Das Bild der Lage Siebenbürgens in dem Zeitpunkte wo wir vondem Lande für diesmal Abschied nehmen zu vervollständigen, wäre nochanzuführen wie es an zwei einander diagonal entgegengesetzten Punktenseiner Gränze aussnh: am Ansgange des Maros-Thales gegen das Banatund am Borgo-Paß gegen die Bukowina.

*) Pnchner an den FM. 18. Februar; s. Nahlik S. 185 f.