Lage Pnchner's in Hermannstadt.
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tuschen und mit abgelegten Steinschloßgewehren, für die sie sich erst ansdem Schlachtfelde von den Todten und Verwundeten tauglichere zu ver-schaffen hatteil. Die Monturen selbst der älter gedienten Soldaten warenarg herabgekommen, das Schuhwerk zerrissen so daß man einzelne Leutebarfuß sehen konnte; eine Hanptsorge während der unfreiwilligen Waffen-ruhe war es die schadhaft gewordenen Kleidungsstücke ausbcsscrn zulassen*). Daß den Bürgern von Hermannstadt durch all dies fast un-erschwingliche Lasten auferlegt wurden, braucht kaum gesagt zu werden.Alles war mit Einquartierung überfüllt, alles mit Verpslegungssorgcnüberlastet. Das katholische und evangelische Gymnasium, die Rechts-Aka-demie, beide Casino, das Telekische Haus, Theile des Sonnenstein'schen,des Closius'schen Hauses waren als Krankenhäuser belegt; als zuletzt derSpitaltyphus ansbrach wurde auch das große Waisenhaus im Retranche-ment für Spitalszwecke hergerichtet. Die Bürger hatten nicht blos Lein-tücher und Charpie zu liefern, sondern auch für Nahrung und Wäscheder Kranken zu sorgen. Wie viel in sonstiger Weise der kleine Umkreis zutragen hatte, mag darnach ermessen werden daß in der kürzesten Fristfür das Militair 21.500 Kübel d. i. 32.250 Metzen Brotfrucht auf-gebracht und beigestellt werden mußte**). Doch mit all dem war derHauptsache wenig gedient. In einem Berichte an den Feldinarschall klagtePnchner: daß seine Lage trotz der zeitweise errungenen wenn auch glän-zendeil Erfolge sich um nichts bessere; daß die Opfer an Todten undVerwundeten sowie das Zugrundegchen des Materials das diese Siegekosteten unersetzlich seien, weil keine Nachschübe kämen und selbst dieLebensmittel schon schwieriger beigestellt würden; während Bem fort-während Zuzüge aus Ungarn bekomme, schmelze das Häuflein der Kaiser-lichen immer mehr zusammen, so daß er jetzt nicht daran denken könnedie Insurgenten anzugreifen >^).
Im Ganzen war die Situation Ende Februar betriibender als einenMonat früher. Damals konnte man sich mindestens sagen man steheauf eigenen Füßen; seither hatte man auswärtige Hilfe herbcigcrufen undwar gleichwohl um nichts besser daran. Schon vier Tage nachdemPnchner den oben erwähnten Bericht in das große Haupt-Quartier hatteabgehen lassen, sah er sich genöthigt den Professor Gottfried Müller und
*) Heydte Winter-Feldzug S. 265 vgl. mit Boner Siebenbürgen S. 615 >)und BlaLekoviü S. 534.
**) Fricdenfels Bebens II S. 109.