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II. 14. Militair-Revolte in Tisza-Füred.
morn zu senden, wo man seiner dringend benöthige". Klapka argwöhnteein Rünkespiel Dembinski's der ihn aus seiner Nähe bringen wolle, wasaber durchaus nicht der Fall war, und lehnte „den ehrenvollen Antrag"mit der Bitte ab ihn an der Spitze des I. Corps zu belassen*). DaßGörgei bei dieser Ablehnung seine Hand im Spiele hatte wird nirgendsgesagt, ist aber mehr als wahrscheinlich, da er für seine Zwecke geradejetzt Klapka's dringend bedurfte. Am Abend empfing der Oberfeldherreine Meldung Damjanich' von der mittleren Theiß der mit den Wortenbegann: „Morgen ist Szolnok unser!" Dembinski's Feldzngsplan waralso auch nach dieser Richtung hin im reifen, freilich um einige Tagespäter als er es gewünscht und voransbercchnet hatte.
In der Nacht vom 3. zum 4. kam Szemere von Miskolc; zurück;er fuhr in einem Fischernachen über die Theiß und hatte cs, wie er ver-sicherte, nur der Dunkelheit zu danken daß er den Kaiserlichen in Po-roszlv glücklich entkam. Szemere's erster Gang war zu Dembinski den erin sehr gereizter Stimmung und durchaus nicht in der Laune fand inirgend einem Punkte nachzugeben. Da er weiter durch Rspäsh erfuhr dieGenerale und Obristen seien gewillt den Obcrfeldherrn „mit Gewalt" ab-zusctzen und einen andern an dessen Stelle zu wählen, so sandte er einenEilboten nach Debreczin mit dem Berichte über den Stand der Dingeund mit der Bitte, der Regierungs-Präsident möge nicht säumen sich inPerson in Begleitung des Kriegs-Ministers im Lager einzufinden. Sze-mere suchte in Person die Hähern Officiere auf die er in einem halb ver-fallenen Hause am äußersten Ende des Ortes versammelt fand. NurKlapka fehlte noch, und dem Rcgiernngs-Commisfar fiel cs auf daß, alssich der Obrist nahte, ihm der General Görgei an der Spitze desOfficicrs-Corps zum Empfang entgcgenging. Nachdem die Versammlungvollzählig war — außer Guyon der fern blieb — ergriff Görgei dasWort indem er vor allem den „Stellvertreter der Regierung" in Wortenbegrüßte, als ob Szemere auf seine, Görgei's, Einladung gekommen wäre.Er rechtfertigte sodann sein Verhalten in der letzten Zeit, hob bezüglichder Waitzener Proclamation hervor daß dieselbe nur einen vorübergehendenZweck, die wankenden Officiere seines Corps beisammen zu halten, gehabthabe und ging sodann auf die jüngsten Kriegsercignifsc über, die er, wie
*) Ätapka I S. 273 s. mit dem Wortlaute des kriegministerialcn Schreibensogt. mit Danzer I S. 230.