172 II. 12. Der zweite Schlachttag von Käpolna.
Guyon von Mezö-Kövesd, Kmety von ^bräny brechen gegenKerccsend ans wo sie in den Vormittagsstunden einzntreffenund als Reserve zn dienen hoben;
Müriüssy hat Küpolna zu halten;
ebenso Klapka Verfielst, bis ihm Pöltenberg Verstärkung znführenilnd das Commando daselbst übernehmen wird;
Schulz zwischen Szolüt und Bakta.
Diese Befehle insgcsammt an Ort und Stelle zu bringen hatteeinige Schwierigkeit. Dembiüski's Ordonnanz - Officiere waren noch inErlau, die Görgei'ö in Mezö-Kövesd; letzterer erbot sich daher selbstnach Mezö-Kövesd zn reiten, während ein Courier Dembiüski's nach Erlauabgeordcrt wurde von wo dann, allerdings theilweise auf großen Um-wegen, die Befehle zu den verschiedenen Abtheilungs-Commandanten ge-bracht werden sollten; seinen Generalstnbs-Chef Bayer ließ Görgci beimOberfeldhcrrn zurück. Als Görgei in der stockfinsteren Nacht — da auchim ungarischen Lager wie drüben im kaiserlichen keine Wachtfeuerbrannten — nach Kerecsend kam traf er daselbst Pöltenberg der, wiewir wissen, am Abend zuvor, in der Meinung die Stellung bei Küpolnasei anfgcgeben, seine Truppen zurückgeführt hatte. Görgei berichtigte Pölten-berg's Jrrthum und hieß ihn noch vor Tagesanbruch nusrücken und sichgegen Verfielst in Marsch setzen. Mitten in der Nacht wurde auch dasBataillon Zanini, das sich in Tüthfalu so behaglich einquartiert hatte, alnr-nllrt und beordert mit dem frühesten Morgen nach Küpolna aufzubrechen.Görgei traf erst gegen 4 Uhr morgens in Mezö-Kövesd ein, wo erGuyon den Auftrag des Oberfeldherrn überbrachte; Görgei wollte selbstdas Abrücken der Truppen abwartcn da er Guyon, der in seinen Augennichts als ein verwegener Angreifer und. tapferer Drcinschlager war, dienöthige Umsicht nicht zutrautc. Auch verzog sich in der That die Marsch-bereitschaft bis zum anbrechendcn Tag worauf Görgei seinen Rückwegnntral. An Kmety in ^brüny gelangte der Befehl Dembiüski's gar erstum 7 Uhr morgens worauf er seine Colonnen in Eile marschbereitmachte.
Der Befehl an Klapka war gleich den andern noch vor Mitternachtvon Dembiüski ausgefertigt worden; es hieß darin: „Obwohl Sie imRange älter als Obrist Pöltenberg sind, so ersuche ich Sie morgen dieSelbstüberwindung zn üben und im Interesse der Sache den Kricgs-crfahrungcn eines an Dienstjahren älteren Kameraden sich unterzuordnen."