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II. 11. Der erste Schlachttag bei Käpolna.
Die drei andern Divisionen vom Armee-Corps Görgei's waren am 26.im Anmarsch begriffen, und zwar Aulich in Maklär, Guyon in Mezö-Kövesdwohin Görgei sein Corps-Qnartier verlegt hatte, Kmety in ^bräny. DieGesammtzahl der ins Feld rückenden ungarischen Truppen schlug Dem-biüski ans 30.000 Mann an, während sie Klapka mit 3? Bataillons44 Escadrons und 136 Geschützen, zusammen 36.000 Mann bezifferte *).
Dembiüski's Plan im großen war dahin gerichtet Windisch-Grätz mehrnordwärts zu locken und da festzuhalten, während Damjanich, deniVöcsey als Unterstützung dienen sollte, über Czibakhüza nach Szolnokhervorbräche und gegen die Hauptstädte operirte; gleichzeitig hatte Nspasymit einer starken Reiterabtheilung nordwärts gegen Szerencs vorzugchenund die Meinung zu verbreiten daß die Hauptmacht von 40.000 Mannihm nachrückc; durch letzteren Schachzug sollte verhindert werden daß Ja-blonowski — von dem Commando-Wechsel durch Ramberg wußte Dem-biüski nichts — von Kaschau ans gegen den Rücken der ungarischen Auf-stellung vorrückte. Im allgemeinen fehlte es Dembiüski eben so sehr augenauen Nachrichten über die Aufstellung der Kaiserlichen, wie umgekehrtden letzter» über die seinige. Der ungarische Oberfeldhcrr vermuthete denFürsten Windisch-Grätz mit seiner Hauptmacht erst in Hatvan; nur einTheil der kaiserlichen Truppen, welche Spione auf 12.000 Manu schätzten,habe ^rok-Szülläs besetzt. In Gyöngyös hingegen meinte man, wie frühererwähnt, die Ungarn stünden weiter nach Nordost, obwohl aus der dor-tigen Gegend ankommende Flüchtlinge übereinstimmend meldeten sie seienim Anmarsch auf die Hauptstädte.
Dembiüski, der noch immer in Erlau weilte, war eben beschäftigtdem Hauptmann Löwinger seine Anordnungen in die Feder zu dictiren,als gegen 11 Uhr vormittags Görgei bei ihm eiutrat. Es wurden Maß-regeln zur Verpflegung der Truppen besprochen, wobei Dembiüski Görgei'sUrtheil über die Kriegsfähigkeit derselben zu vernehmen wünschte. DerGefragte, Pessimist und sarkastisch wie immer, gab zum Bescheid: „RechnenSie auf die Tapferkeit und Ausdauer der ungarischen Truppen gar nicht.Lassen Sie dieselben einen Wald, ein Dorf stürmen, so werden Sie diesmit Muth ausführen; wenn aber der erste Anprall mislingt so kommtden Officieren die Mannschaft aus der Hand**)". Dasselbe bestätigte der
*) Danzer I S. 167 f. vgl. 184; Klapka I S. 247 Aiun.
**) Vgl. Danzer I S. 166 f. mit Görgei I S. 222 f.