Dembmski — Görgei — Szemere. l3l
Dembiüski hingegen würde sich den jungen General gern als Freund ge-wonnen haben und schlug ihn wirklich der Regierung zur Beförderungvor; er nahm die Unternehmung von Sz.-Pster zum Anlaß, die er alseinen Sieg hinstcllte und wesentlich der Mitwirkung der Görgei'schen» Division zu verdanken erklärte. Allein Kossuth ließ den Vorschlag Dem-
biüski's unbeachtet*).
Görgei war weit entfernt von gleichen Gesinnungen gegen Dembiüskierfüllt zu sein wie dieser gegen ihn. Als er am selben 22. in Miskolczeintraf, vom Wirbel bis zur Zehe in Gift und Galle getaucht, richteteer an Dembiüski, den er noch in Sz.-Pster vermuthctc, in schneidendemTone die schriftliche Anfrage: wo „seine" drei Divisionen seien? Denner konnte es nicht verwinden daß der Oberbefehlshaber sich heraus-genommen hatte Anlich Pöltenberg und Gnyon unmittelbare Befehle zu-kommen zu lassen. Kaum in Miskolcz eingetroffen erhielt Dembmski einanderes Schreiben Görgei's der ihm erklärte daß in Folge der anbefoh-lenen Räumung Kaschnus sein ganzer Troß, den er über Tokaj geschickt,rcttunglos verloren sei und daß er gleichzeitig eine Abschrift dieser An-zeige nach Debreczin schicke. Auch über Szemerc, der zur selben Zeit in» Miskolcz weilte, war Görgei erbost und unterließ es ihn aufzusnchen.
Einer seiner Vertrauten that es aber und wünschte den Regierungs-Ober-Commissar zu beschwichtigen: „Er nimmt es Ihnen übel daß Siein Ihrem Berichte die Einnahme des Branisko dem Gnyon zuschrieben."Der wahre Grund von Görgei's Aerger war aber der, daß Szemere ihmdas Mislingen des Schlik-Fanges zur Last legte. „Es ist jetzt nicht ander Zeit über Etiquctte-Fragen zu streiten", erwiderte Szemere demVermittler; „der gute tapfere Soldat ist jetzt der verdienstvollste Manndes Landes; wenn Ihr General nicht zu mir kommt werde ich zu ihmgehen"' >5), Im Laufe des Tages trafen zum erstenmal Dembiüski undGörgei persönlich zusammen; letzterer erschien in Begleitung Bayer'sund noch eines Officiers seines Stabes dem Oberfeldherrn seine Auf-wartung zu machen. Die Begegnung des reizbaren Polen und des sar-kastischen Zipfers konnte keine freundliche sein"o). Doch stellte sich dar-nach ein leidliches Verhältnis zwischen beiden her, da Dembiüski cs ankleinen wohlwollenden Aufmerksamkeiten nicht fehlen ließ um seinen ver-bitterten Unterfeldhcrrn in bessere Laune zu versetzen, und Görgei min-
*) Danzer I S. 136 f.
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