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II. 9. Schlik und DembmSki im Sajö-Thale.
Daß eine in so höhnischem Tone gehaltene Ansprache nicht geeignet wardie Gemüther zu beschwichtigen war um so begreiflicher, als Görgei imKreise seiner Officiere seinem Sarkasmus, seinem Uninuth, seinem Trotzevolle Zügel schießen ließ. Zwar die Divisions-Commandanten waren fastsämmtlich mit dieser seiner Haltung nicht einverstanden. Aulich soll vorGörgei, als dieser die Ernennung eines Ausländers einer Verletzung dernationalen Ehre gleichstellte, offen erklärt haben: „Wir dienen nicht derPerson dieses oder jenes Generals, sondern der Sache unseres Landes!"Aehnlich stand es mit Kmety, obwohl cs scheint daß gerade unter denOfficicren von Kmcty's Division die Wühlerei am ärgsten getriebenwurde, während es Guhon zu einer Kundgebung seiner Officiere garnicht kommen lassen wollte. Die Hetzereien dauerten gleichwohl fort. Eskam zu Erklärungen man wolle nur unter Görgei's Commando weiterdienen; Officiers-Deputationcn erschienen bei ihm, denen er für ihr Ver-trauen dankte und sie bat sich dem Gesetze und den Befehlen des Mini-steriums untcrznordnen, wie er selbst gehorchen werde, „obwohl niemandbesser als ich die Schwächen der Regierung kenne". Ja es wurde be-schlossen den Major Zuber, Görgei's Kameraden von 1837 bis 1839ans ihrer Gardezeit her und einen der eifrigsten Werber für ihn, nachDcbrcczin zu senden und dort gegen die Wahl des neuen OberfeldherrnEinsprache zu erheben. Zur Ausführung dieses letzteren Beschlußes scheintcs zwar nicht gekommen zu sein und der Sturm sich allmälig gelegt zuhaben; trotzdem lief vom Kriegs-Minister ein Dienstschreiben an Görgciein, worin ihm seine Haltung ernstlich verhoben wurde: „er möge seineSprache mäßigen und alles vermeiden was Mistrauen gegen die Re-gierung säen könne"
Eine weitere Folge der Unterordnung Görgei's unter Dembinski wardie daß das Armee-Corps „von der obern Donau" — eine Bezeichnungdie allerdings seit langen Wochen unpraktisch geworden war — nunmehrdie Bezeichnung des siebenten erhielt, wie das bisherige „an der oberenTheiß" (Klapka) zum ersten, das „an der mittleren Theiß" (ehemalsMoriz Pcrczel) zum zweiten wurde. Aber auch die Zusammengehörig-keit der einzelnen Abthcilungcn des Görgei'schen Heereskörpcrs überhauptwurde mehr und mehr gelockert, indem das Corps nunmehr in drei Di-visionen zerfiel über deren Vertheilnng und Verwendung unter den Di-visionen der übrigen Armee sich der Obcrfeldhcrr freie Hand lassen wollte.Das war der zweite empfindliche Schlag von welchem Görgei sich getroffen