Abberufung Zaleski's nach Wien.
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so bald als möglich nach Wien zu kommen wo große und wichtige Auf-gaben seiner harrten; unterwegs möge er im Allerhöchsten Hvflager inOlmüz erscheinen. In den ersten Februar-Tagen trat Zaleski seine Reisean. In Olmüz wurde ihm vom jungen Kaiser, dessen Lehrer im Pol-nischen er einst gewesen*), der gnädigste Empfang zutheil. „Graf Sta-dion", sagte der Monarch, „wird sich freuen daß Sie schon da sind, erbraucht Sie dringend!" Als aber Zaleski in Wien eintraf, zeigte sich'sdaß die galizischen Angelegenheiten, deren Besorgung er erwartet und ge-wünscht hatte, einem andern Scctions-Chef unterstellt waren. WenigeTage darauf ergriff ihn eine Lungenentzündung, die am 24. Februar2 Uhr nachts seinem Leben ein Ende machte**). Die Krankheit war,wie man vcrmuthete, durch Verkühlung auf der Reise veranlaßt worden;daß sie einen so schnellen und tödtlichen Ausgang genommen, dazu habenohne Frage die übermäßige geistige Anstrengung und Aufregung, wohlschon seit den März-Tagen, und dann die tiefen Kränkungen der letztenZeit bcigetragcn. Der Fall machte allgemeines Aufsehen und es hat nichtan allerlei albernem Gerede gefehlt, das unter solchen Umständen nieausbleibt. Das richtigste hat Wohl Hofrath Güntncr gesagt, der ihn inder letzten Krisis mit Professor Damian Schroff und den Doctoren Bocz-kowski und Habel behandelte: „Er ist am gebrochene» Herzen gestorben!"In den polnischen Kreisen Galiziens aus denen er vor kaum drei Wochengeschieden war, machte die Todesnachricht einen großen und schmerzlichenEindruck, und wohl auch die Russinen haben über seinem Grabe ihrepolitische Gegnerschaft vergessen. Seine Absichten waren gewiß die reinsten;aber er paßte nach seiner stilleren Anlage nicht in eine Zeit so gewal-tiger und gehässiger Aufregung, in die er aus seinem Wiener Bureauzum selbständigen Handeln berufen worden war. Dazu bedurfte es einerrauheren Natur, eines rücksichtslosen Wollcns und Götzens eiserner Hand.
Diese Eigenschaften vereinigten in ihrer Person, jeder in seiner Weise,der commandirende General und der neue Gouverneur des Landes, einUmstand der die Beiden schon vordem einander genähert hatte. Auchkannten, im Gegensätze zu Zaleski der durch jahrelanges Wirken in seinemWiener Bureau den Dingen in Galizien mehr entfremdet worden, so-wohl Hammcrstein als Goluchowski aus ununterbrochener und unmittel-
«) Bd. in S. 386.
**) Er starb in seiner Wohnung in einem der Häuser am Kohlmarkt Nr. 258 —260, heute vir. 12.