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I. 4. Krakau Galizien und Bukowina.
„nach nllsogleichcr Uebcrgabc seiner Amtsgeschäfte und Ordnung seinerhäuslichen Angelegenheiten sich recht bald in Wien cinsindcn, um mir beiden vielen und wichtigen Angelegenheiten Galiziens mit Ihrer Einsichtund genauesten Kenntnis des Landes und dessen Bevölkerung zur Seitezu stehen" (Nr. 711 U. LI. I. 1849). Einige Tage später brachte dieNegierungs-Zeitung einen Aufsatz über die Durchführung der Gleich-berechtigung der Nationalitäten „im Geiste der Humanität und Freiheit" ;darnach sollte in den ruthenischen Theilcn Galiziens einstweilen, bis derUnterricht „durch taugliche Professoren und für Schüler die mit der er-forderlichen sprachlichen Vorbildung ausgerüstet sind" in der Landessprachecrtheilt werden kann, die deutsche Vortragssprache beinhalten werden; jetztschon aber sei an allen Gymnasien der östlichen Kreise die rnthenischeSprache als obligater Lchrgcgcnstand einzuführcn und daneben die pol-nische „als Sprache der Minderzahl der Bevölkerung als freier Gegen-stand vorzutragen"* *). Zugleich wurde eine gewissenhafte Einhaltung dergriechischen Feiertage in den östlichen Kreisen des Landes eingeschärft;die Nnthencn seien an solchen Tagen nicht vor das Amt zu laden, annieder» und höhern Schulen ihre Jugend nicht zum Besuche derselbenzu verhalten, Jahr- und Wochenmärkte auf Werktage zu verlegen-^).Bestürzung ergriff die Gemüther der Polen, deren Stammesbrüdern imPoscn'schen um dieselbe Zeit ähnliches durch die Demarcations-Linic wider-fuhr, die nach dem Beschlüße des Frankfurter Parlaments zwischen dempolnischen und dem mehr deutschen Thcilc des Großhcrzogthums gezogenwerden sollte-^). Freude hingegen herrschte im Lager der Rnthenen sowieder Deutschen, nicht blos über den Inhalt dieser Verordnung, sondernauch über die Persönlichkeit des neuen Landes-Chefs von dem sic über-zeugt waren daß er den Ministerialen Befehl mit Ernst und Kraft durch-führen werde. Ausdruck gab dieser Freude der Rector Dr. KarlmannTangl der am 24. an der Spitze der Lemberger Universität dem GrafenGoluchowski Aufwartung machte und denselben bat „Dolmetsch ihrerGesinnung und ihres tiefgefühlten Dankes" beim Ministerium zu sein**). . .
Ritter von Zaleski hatte mit den amtlichen Ausfertigungen zugleicheinen Brief des Grafen Stadion erhalten, worin er aufgefordert wurde
Ausführlich Wr.Ztg. Nr. 18 vom 21. Januar „Amtlicher Theil" und Stadion'sBeantwortung der Interpellation Dylewski's Sten. Aufnahme V S. 337—339.
*2) Ansprache Tangl'S und Erwiderung Goluchowski's s. Wr. Ztg. Nr. 32 vom
7. Februar S. 365 f.