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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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I. 4. Krakau Galizien und Bukowina.

gelten zu lassen und verlangten die Anordnung einer neuen Wahl wo esihnen ermöglicht werde jemand ans ihrer Mitte zu bezeichnen*). Wenndie galizischen Abgeordneten polnischer Nationalität durch Dylewski'sMund sich darauf beriefen nationalen Zwiespalt und Streit habe manfrüher nicht gekannt, so war das ganz einfach eine Unwahrheit, und zwareine absichtliche, weil keinem halbwegs gebildeten Polen die Unkenntniszuzumuthen ist daß cs Kämpfe solchen Charakters zu allen Zeiten derpolnisch-russinischen Geschichte gegeben hat und daß dieselben zu Zeiten insehr blutiger, ja grausamer Weise Ausdruck gefunden habend). Aller-dings hat es sich bei den Kämpfen der früheren Jahrhunderte nichtum die Sprache gehandelt welche die Klein-Russen von den Polen unter-schied, aus einem sehr begreiflichen Grunde: weil im Hause, in der Ge-meinde, im Stadtrath jeder sprach wie er wollte und konnte, in öffent-lichen Angelegenheiten aber, in diplomatischen Verhandlungen die lateinischeSprache das Verständigungsinittel bildete. Für die jüngste Zeit vor 1848aber hat Dylewski selbst den ausreichenden Erklärungsgrnnd geliefert, in-dem er sie alsdie Gleichberechtigung der Knechtschaft" chnrakterisirte.Denn dies war der zweite Kunstgriff den die polnische Partei demeuropäischen Westen gegenüber anwandte, daß sie gegen die Anforderungender Russinen auf die Gebote der Freiheit hinwies.Geben sie Acht, meineHerren", rief Borkowski bei Gelegenheit des Zbyszewski'schen Antrages,daß man das Heiligthum der Nationalität nicht mit frevelnder Handentweihe und zu eigennützigen Zwecken ausbeute, daß man nicht imNamen der Nationalität Kreuzzüge gegen die Freiheit unternehme, sowieman schon im Namen Gottes den ewigen Hunger der sogenannten hei-ligen Inquisition sättigte" **). Die Ruthencn sollten, meinte man aus Pol-nischer Seite, ihre Sprache und Nationalität in den Hintergrund tretenlassen, wenn es sich um die höheren Interessen der Freiheit handle. Sosprachen sie mit Honig im Munde, während sie ihrerseits diese selbe Freiheitin ausschließlich polnischem Sinne auffaßten und anfgefaßt wissen wollten.

Auch der Belagerungszustand und was sich daran knüpfte, kam amReichstage zur Sprache. Maximilian Machalski mit 45 Genossen inter-pcllirten am 19. Januardie Minister der Krone" und Stadion ant-wortete am 25. Er rechtfertigte die allgemeine Entwaffnung und die

*) Antrag Lomnicki in der Sitzung vom 29. Januar, Kapuszczak in jener vom1. Februar; Stcn. Aufnahme IV S. 631 f., 714.

**) A. a. O. IV S. 599.