Julius Gretschnigg in Grätz.
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aus „Wien" datirten Artikel gebracht worin Fürst Windisch-Grätz inder höhnendsten Weise herabgesetzt wurde "). In der Stadt lagenWindisch-Grätz-Chevauxlegers, und die Redaction oder gleichgesinnte Ge-schäftsträger ohne Auftrag hattem-luchts eiligeres zu thun als Exemplareder Numer in die Caserne gelangen zn lassen und einzelnen Soldatenin die Hände zu spielen. Einem Corporal, der am 7. über den Jacomini-Platz ging, steckte ein Unbekannter das Blatt mit den Worten zu: „LesenSie! Sic werden daraus sehen wie man über Ihren Anführer denkt."Der Corporal hatte den Artikel kaum gelesen als er sich in die Kanzleider „Volkszeitung" verfügte, nach dem Redacteur verlangte und diesem,als er die Frage ob er es sei nach einigem Zögern bejahte, zwei Ohrfeigenherunterhaute. In seiner Caserne, wo er den Vorfall zum besten gab, ge-rieth die ganze Escadron in Feuer und Flammen; die Züchtigung sei viel zugering, hieß es, sie alle müßten sich an dem Kerl rächen, mit seinemBlute müße er den Schimpf bezahlen den er ihrem durchlauchtigsten In-haber angethan habe. Wirklich wollte die ganze Escadron aufbrechen;zuletzt veranstaltete es der Corporal mit einem Cadeten, gewesenemBeamten, in der Weise daß man sich ans eine Auswahl von 30 Mannvereinigte, die unbemerkt von dem wachhabenden Officier gegen halb achtUhr abends ans Werk gingen. Gretschnigg wohnte in der Sparbersbach-Gasse im Hause Nr. 94 eines gewissen Kerschbaumeyer, Nationalgarde-Hauptmanns; 10 Mann sperrten die Gasse ab, 10 postirten sich vordas Haus und den anstoßenden Garten und besetzten alle Zugänge, mitden 10 letzten verfügten sich der Cadet und der Corporal in das Innere.Es hieß Gretschnigg sei nicht zu Hause, und der Hausherr der dies be-hauptete gab sich alle Mühe die Soldaten von der Stelle zu bringen.Diese aber hatten in Gretschnigg's Fenster Licht bemerkt und, währendder Cadet mit Kerschbaumeyer die Unterhandlungen fortsetzte, ging derCorporal mit 3 Mann hinauf, sprengte, da ihm niemand antwortete,die Thür der Redacteurs-Wohnung und drang ein. Der gcängstigteJournalist hatte sich, nur mit einem Messer bewaffnet, hinter den Ofenverkrochen, von wo ihn die Chevauxlegers am Kragen hervorzichenwollten. Der Corporal hatte seinen Leuten auf das strengste verbotenvon ihrer Waffe Gebrauch zu machen; als sich aber Gretschnigg mitseinem Messer wehrte und sie dabei verwundete, griffen auch sie znmSäbel und hieben mit der flachen Klinge und mit dem Handgefäß ansden um Hilfe rufenden armen Sünder ein, den sie zuletzt mit einem