Bakunin's Aufruf an dic Slaven.
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vom 17. zum 18. Januar fiel auf die Schildwache bei dem Holzgartcnnächst der Kettenbrücke ein Schuß der ihm den kleinen Finger an derlinken Hand bei der Wurzel zerschmetterte und auch den Zeigefinger ver-letzte; zwei Herren, auf den Lärm herbeieilend, brachten den Soldatenauf die Wachstube der Onjczder Caserne, während der Posten bei denBastei-Geschützen einen Menschen mit einem Gewehr über der Schultersich eilig durch die Ketteubrückcngasse verlieren sah. Die Nachricht vondieseni Vorfall alarmirte alle Schichten der Bevölkerung um so mehr dain den Tagen darauf, wie es in derlei Fällen zu geschehen pflegt, Ge-rüchte von neuen Attentaten anftauchten, die sich glücklicherweise nichtbewährten.
Es gab aber auch Solche die den Schuß auf die Schildwacheund den Bakunin'schen „Aufruf" miteinander, und dann wieder mit denEreignissen des letzten Frühjahres in eine gewisse Beziehung setztenund zum Nachtheil der ihnen verhaßten nationalen Partei ausbeutcten.Ein Artikel in Nr. 19 der „Prager Zeitung" fiel mit großer Ge-hässigkeit über die Brochurc und deren Wiedergabe in dem Organ derböhmischen Slaven her, um daraus die hochvcrrätherischen Tendenzen desPrager Slaven-Congresses und Juni-Aufstandes abznleiten, auf das ge-fährliche Wirken von Männern wie Palack/, Ritter von Neuberg, GrafAlbert Deym, Karl Havliöck hiuzuweisen re. Inzwischen hatte der Staats-anwalt Beschlag auf die incendiairc Brochure gelegt, deren Verfasser,„dieser politische Russo-Ahasvcrus", für den Arm der einheimischen Ge-richte unerreichbar war. Jetzt ertheilte auch der Ausschuß der „Slo-vanskä Lipa" seinem Redacteur einen Verweis daß er den Inhalt derBakunin'schen Brandschrift in die Spalten seines Blattes ausgenommen,und setzte eine Commission zur Ausarbeitung einer an die „Prager-Zeitung" einzusendenden Widerlegung ihrer grundlosen Schlußfolgerungenund Verdächtigungen nieder 2i). Die „Slavischen Central-Blättcr" Jordan'swarfen der Gegenseite nicht ohne Grund vor daß sie, welcher derSlaven-Congrcß von allem Anfang „ein Dorn im Auge" gewesen, „welchedic Slaven Oesterreichs nie als Nation anerkannt und nur als bloscAusfüllungs-Elemente betrachtet hat", mit einem wahren Behagen übereine vereinzelt stehende Thatsache herfalle, um dieselbe zur Verunglimpfungdes gesammten österreichischen Slaventhums, vor allem des Böhmen-thums auszunutzeu: „man lauert auf die böhmische Nation von vielen Seitenebenso wie man auf geeignete Nicdcrdrückung der Freiheit aufpaßt" 22 ).