Haussuchungen - Verhaftungen — Strafvollzug.
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Wohnung eine Anzahl Waffen gefunden worden. Von Ende Januarlauteten wegen Theilnahme am October-Anfstnndc nur wenig Urtheileauf „Tod durch Strang", und diese wurden regelmäßig in Kerkerhaft,bei Soldaten in Schanzarbeit, mitunter auch „Gnssenlanfcn auf und ab"vier- bis zehnmal durch 300 Alaun umgcwandelt.
Hingegen waren es Verbrechen anderer Art und neueren Datums,welche der Militair-Bchördc mehr als einmal blutige Strenge nbnöthigten.Am letzten Januar erschien eine abermalige Kundmachung des Civil- undMilitair-Gonvcrncurs wegen Ablieferung vieler trotz wiederholter Mah-nungen und Drohungen noch immer verborgen gehaltenen Waffen. DieLangmnth nnd Milde, hieß es darin, müßten endlich ihre Gränzenhaben; es mäße nunmehr durch psychologischen Zwang erreicht werden,was sich im gütlichen Wege nicht habe durchführen lassen; er sehe darineinen Beweis daß der Gemcindernth, die Grundgerichte der Vorstädtesowie die Hanseigenthümer ihre Stellung, ihre Aufgabe, ihr Interessenicht begriffen. „Ich kann diese Sorglosigkeit", fuhr Weiden fort, „nichtmehr mit demselben Gleichmnthe hinnehmen; ich darf nnd will sie nichtlänger dulden, da ich mich im Gewissen verpflichtet halte für das Wohlder hiesigen Bewohner, das mir so sehr am Herzen liegt, zu sorgen."Er gestattete eine nochmalige achtnndvierzigstündigc Frist zur straflosenAblieferung der Waffen, machte aber, falls nach dieser Frist irgendwoWaffen oder Munition gefunden würden, die betreffende Gemeinde dafürverantwortlich, über die er „eine Geldbuße von 1000 bis 20.000 fl.Conv.-M. nach der Lage der Umstände unnachsichtlich verhängen" werde*).
Das scharfe Mandat verfehlte seine Wirkung nicht. Schon amMorgen des folgenden Tages fand man allerorts Gewehre SäbelPistolen Degen auf den Straßen; die Allcebäume der Glacis warendamit behängt wie ein Christbanm mit Geschenken; den Röhrbrnnncnin der Rofrano-Gasse fand man mit Bajonnet Schwert und Lanzetrophäenartig geschmückt; auf den Stufen von St. Karl lagen mittel-alterliche Stücke, schwere Panzerhemden und Helme, offenbar aus der Plün-derung des Zeughauses herrührcnd. In einer Straße legte einer sein mitPulver überladenes Gewehr auf das Pflaster nnd eine brennende Luntedaneben, worauf es mit lautem Gekrache losging; der Mensch wollteentweder nur seinem Zorn Luft machen oder noch im letzten Augenblicke
1 Wr. Ztg. Nr. 28 vom 2. Februar S. 315 f.