Ueberschwemmung — Orcan.
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ausgcsteckt; da hieß es unter den Leuten: die Rcpublicaner hätten dieBasteien erstürmt und die Kanonen vernagelt, so daß die Behörde fürgut fand die mißdeuteten Wahrzeichen eiuzuziehen. Den ganzen 16. hin-durch wuchs von Stunde zu Stunde die Gefahr, das Anschwellen derFluth schien keine Gränzc zu finden, immer weiter griffen die wild brau-senden Wogen in den verschiedenen Stadttheilen um sich, der Donau-Canal, die Wien waren zu tobenden Strömen, das Marchfeld, so weitdas Auge reichte, zu einem mit Eisschollen bedeckten See geworden. GegenAbend wurde man die ersten Zeichen beginnenden Sinkens gewahr, alleinnoch war man nicht am Ende aller Leiden. Am 17. schien sich dieWitterung bessern zu wollen, doch am 18. regnete es wieder den ganzenTag, was das Nebel viel ärger, weit anhaltender machte als jenes von1830, wo der hohe Wasserstand nur 48 Stunden gewährt hatte.
Mehr als eine Woche standen Höfe Magazine ebenerdige Woh-nungen rechts und links vom Donau-Canal im nassen Elemente, als sichin der Nacht vom 23. zum 24. ein Nordweststurin erhob der von Stundezu Stunde an Heftigkeit zuuahm. Am 24. mittags begann der Orcanseine volle Kraft zu entfalten, der weilenweise etwas Nachlassen!), dannvon neuem ausholend, mit nie erlebter Gewalt über die Wohnungen derMenschen hinraste, so daß sich, wer im Freien war, kaum auf den Beinenhalten konnte. Es war ein Stöhnen und Heulen in der Luft, wie essonst nur Schiffsleute auf offener See, fest an den Mastbaum geklammert,zu hören bekommen. Dazu das unaufhörliche Rollen losgelöster Dach-ziegel Schicfcrplatten Mauerstücke, das schrille Ausprallen derselben aufdas Straßeupflastcr, der dumpfe Schlag umgestürzter Holzhüttcu Ständeroder anderer frei stehenden Gegenstände, das Geklirr eingedrückter Fenster-scheiben, so daß es gefährlich war in den Straßen zu gehen. VomBrunnen vor der Kirche zu Maria-Hilf wurde die winterliche Holz-bedachung wcggerissen, ein fortsauscndes Stück traf einen Mann ins Ge-sicht, so daß er bewustlos zu Boden sank. Dachungen von Kupfcrplattcnwie am Josephstädtcr Theater, Theile der Blcchkuppel von St. Karl, desThurmes der Minoritcn-Kirche wurden ausgcrollt und abgerissene Stückedavon, als ob es Fetzen von leichtem Zeuge wären, eine Weile in derLuft herumgezcrrt, bis sie oft weit von ihrem ursprünglichen Standortezu Boden fielen oder au einem anderen Bauwerke als unwillkommeneDraperien hängen blieben. Die aus Brettern gefügten Nothdächer derHof-Bibliothek, der Museen, des Augnstiuer-Thurmes wurden herab-
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