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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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zu handeln, sondern nur etwa zu fehlen und das Gleiche zu thun,was man von der Unwissenheit aus auch thnt, dann folgt daraus,daß man auch nicht von der Gerechtigkeit aus gerade so handelnkann, wie von der Ungerechtigkeit aus. Ist aber die Klugheiteine Wissenschaft, so wird sie sowohl das Richtige thun können,als auch dasselbe wie die Unklugheit; dann wäre es möglich, un-klug zu handeln von der Klugheit aus und ganz dieselben Ver-kehrhcitcn zu begehen, wie sie der Unkluge begeht. Wenn aber derGebrauch jedes Dings immer bloß ein einfacher wäre, so müßteeine solche Handlungsweise sogar klug sein. Was nun die übri-gen Wissenschaften betrifft, so wird da durch eine andere, an derSpitze stehende Wissenschaft die Verkehrung hervorgebracht; wo-durch aber eben bei dieser an der Spitze stehenden Wissenschaftselbst? Doch nicht mehr durch eine Wissenschaft oder durch dieVernunft und ebenso wenig durch eine Tugend. Denn jene ge-braucht ja die Tugend; die Tugend des Gebietenden gebrauchtja doch die Tugend des Gehorchenden. Was ist es nun? etwawie man die Unmäßigkcit bezeichnet als eine Schlechtigkeit desvernnnftlosen Theils der Seele, und wie der Unmäßige bezeichnetwird als zügellos, während er Vernunft besitzt? Vielmehr dieBegierde, wenn sie stark ist, wird die Verkehrung Hervorbringen,und wird auf Gedanken kommen, welche der Vernunft entgegen-gesetzt sind. Und wenn die vcrnunftlose Seite der Seele einegewisse Stärke besitzt, während in der Vernunft Unwissenheitherrscht, dann wird das Verhältnis; der beiden zu einander ver-kehrt. Somit wird es möglich sein, von der Gerechtigkeit sowohleinen richtigen Gebrauch zu machen, als auch einen verkehrten,und Klugheit zu haben, während man unklug ist, also auch dasGcgentheil. Denn es wäre doch ein Widerspruch, wenn, wäh-rend die in dem vernünftigen Theil befindliche Tüchtigkeit durcheine in die Vernunft eingedrungene Fehlerhaftigkeit verkehrt undin Unwissenheit verwandelt werden kann, wenn es dagegennicht möglich sein sollte, daß die Tüchtigkeit eine in dem ver-nuuftlosen Theil befindliche Unwissenheit verkehrte und dahinbrächte, daß sie verständig und richtig urtheilte, und wenn wie-derum die in dem vernünftigen Theil befindliche Klugheit die in