124
baren Widerspruchs ist leicht zu begreifen. Er liegt im obenGesagten: einmal vermeiden wir es schlechthin, den Freund imZustand der Unlust oder in einer schlimmen Lage zu erblicken,so wenig als wir uns selbst darin sehen möchten, andererseitsaber ist es angenehm, den Freund zu sehen, so angenehm alsnur etwas sein kann — aus dem angegebenen Grund — auchwenn er unsere Krankheit nicht theilt. Also je nachdem das eineoder das andere gerade angenehmer scheint, darnach entscheidet essich, ob wir die Anwesenheit des Freundes wünschen oder nicht;es läßt sich dicß auch an den sittlich niedriger Stehenden wahr-uehmen, und zwar aus demselben Grund, denn diese sind ammeisten darauf bedacht, daß ihre Freunde nicht glücklich seien,solang sie selber nicht glücklich sein können. Daher kommt es,daß sie bisweilen ihren Freunden mit sich den Tod geben, lieberals daß sie ihr eigenes Unglück wahruehmen ').
') Das Uebrigk unvollständig.