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Fünftes Kapitel.
Bon der Freundschaft zwischen Aehnlichem und Entgegengesetztem.
Da der Begriff der Freundschaft von Manchen noch weiter-ausgedehnt und noch allgemeiner gefaßt wird, wie gleich an-fangs 9 bemerkt wurde, sofern nemlich Einige das Aehnliche,Andere das Entgegengesetzte befreundet sein lassen, so müssenwir auch über diese Fälle und ihr Verhältniß zu den von unsangegebenen Arten der Freundschaft reden.
Das Aehnliche wird znrückgeführt sowohl auf das Ange-nehme als auf das Gute. Das Gute ist nemlich einfach, dasBöse aber vielgestaltig, der Gute ist immer derselbe und ändertseinen Charakter nicht, der Böse aber und der Unverständigesehen am Abend ganz anders aus als am Morgen. Wenndaher die Schlechten nicht zufällig zusammentreffen, so sind sienicht Freunde von einander, sondern stehen einander gegenüber,eine Freundschaft aber, die nicht beständig ist, ist keine Freund-schaft. Also das Aehnliche ist befreundet mit Beziehung darauf,daß das Gute sich ähnlich ist und dies; gilt gewissermaßen auchda, wo das Angenehme den Grund der Freundschaft bildet:denn den unter sich Aehnlichen ist das Reinliche angenehm undjedes Ding ist von Natur sich selber angenehm. Daher fürWesen gleicher Art die Stimmen, das Verhalten und die Gesell-schaft von ihres gleichen am angenehmsten sind, wie dieß auchvon den Thieren gilt, und von diesem Gesichtspunkt ans kannman sagen, daß auch die Schlechten Freunde seien.
„Die Lust ist's, die die Schlechten ancinunder knüpft."
Das Entgegengesetzte aber ist dem Entgegengesetzten Freundvom Gesichtspunkt des Nutzens ans; denn das Aehnliche ist fürdas Aehnliche nichts nütze. Darum bedarf der Herr des Dienersund der Diener des Herrn, Mann und Frau bedürfen einander,
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