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gesuchter als der Freund, weil er eben macht, daß dem, welchemer schmeichelt, jenes beides zuzukommen scheint. Am meisten ge-hören hieher die Ehrgeizigen; denn bewundert werden begründetein Uebergewicht. Von Natur aber sind die Einen angelegt zurFreundschaft, die Andern ehrgeizig. Zur Freundschaft angelegtist derjenige, welcher sich mehr freut über das Lieben als dasGcliebtwerden, während der Andere mehr ehrgeizig ist. Wer esnun gern hat, wenn er bewundert und geliebt wird, ist einFreund des Uebergewichts, während der, welcher zum Lieben an-gelegt ist, an der Lust sich erfreut, welche mit dem Lieben ver-bunden ist. Wer liebt, muß nothwendig thätig sein, währenddas Geliebtwerden etwas Accidentelles ist, sofern man ja geliebtwerden kann, ohne daß man es weiß, was beim Lieben nichtmöglich ist. Es ist aber auch das Lieben dem Wesen der Freund-schaft mehr entsprechend als das Geliebtwerden, während dasletztere dem Gegenstand der Liebe eigen ist. Der Beweis liegtdarin, daß der Freund es vorziehen würde zu kennen als ge-kannt zu werden, — wofern beides zugleich nicht möglich ist —,wie die Frauen thun bei Unterschiebung von Kindern nnd dieAndromache des Antiphon. Man kann nemlich wohl sagen, daßder Wunsch, gekannt zu werden, aus persönlichem Interesse her-vorgeht und mit dem Genuß, nicht der Erweisung von etwasGutem verbunden ist, während das Kennen das Erweisen unddas aktive Lieben zum Zweck hat. Darum loben wir auch die-jenigen , welche auch den Todten gegenüber noch bei ihremFreundschaftsgefühl verharren: diese kennen nur, ohne gekanntzu werden.
Damit haben wir denn gezeigt, daß es mehrere Arten vonFreundschaft gibt, wir haben angegeben, wie viele Arten es sind,nemlich drei, wir haben endlich unterschieden zwischen Lieben undGeliebtwerden, zwischen Freunde», zwischen welchen Gleichheitstattfiudet, und solchen, von welchen einer überlegen ist.