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hung richtig ist, in anderer aber unrichtig. — Zu erwägen istdann ferner die Frage, ob das Angenehme oder das Gute Ge-genstand der Freundschaft ist. Wenn wir nemlich das lieben,wornach wir begehren, und gerade die geschlechtliche Liebe dahingehört, (denn
„Verliebt Ist Keiner, der nicht immer Freund auch wiir'" >>,
die Begierde aber auf das Angenehme gerichtet ist, so ist in die-ser Hinsicht das Angenehme der Gegenstand der Freundschaft;wenn aber das, was wir wollen, so ist es das Gute; das Guteaber und das Angenehme sind zu unterscheiden.
Ueber diese und ähnliche Punkte müssen wir eine deutlicheAnschauung zu gewinnen suchen. Wir gehen von folgender Be-trachtung aus: Gegenstand des Strebens und des Wollens istentweder das wirklich Gute oder das vorgestellte Gute. Daherist auch das Angenehme Gegenstand des Strebens, sofern es einvorgestelltes Gut ist. Den Einen nemlich ist etwas gilt nachihrer eigentlichen Meinung, den Andern nur in der Vorstellung,nicht in der eigentlichen Meinung; denn Vorstellung und Mei-nung sind in der Seele wohl auseinander zu halten. Klar istjedoch, daß sowohl das Gute als das Angenehme Gegenstand derFreundschaft ist. Nach dieser Bestimmung stellen wir einen an-dern Satz auf. Von dem Guten ist das eine schlechthin gut,das andere nur relativ, nicht schlechthin, und ebendasselbe istschlechthin gut und schlechthin angenehm. Was nemlich dem ge-sunden Körper schlechthin förderlich ist, ist für den Körper schlecht-hin gut, was aber dem kranken Körper förderlich ist, ist nichtschlechthin gut, z. B. Arznei und Operationen. Ebenso ist schlecht-hin angenehm für den Körper das, was dem gesunden und voll-ständigen Körper angenehm ist, z. B. sehen im Licht und nichtim Dunkeln, während es für den Augenleidenden umgekehrt ist;und der Wein ist angenehmer nicht, wenn er einem Menschenso vorkommt, welcher einen durch Schlemmerei verderbten Gau-men hat, (ein solcher merkt nichts, auch wenn man ihm Essig
l) Äurip. 1ro»ä, 1Ü5I.