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dazu gießt), sondern der, welcher dem unverderbten Organ so vor-kommt. Ebenso ist es auch auf geistigem Gebiet: nicht nach demUrtheil der Kinder sowenig als nach dem Instinkt der Thieremuß man sich richten, sondern nach dem Urtheil der Erwachsenen.Beides haben wir in der Erinnerung, aber das letztere heißenwir gut. Wie sich aber ein Kind und ein Thier zu einem er-wachsenen Menschen verhält, so verhält sich auch der Schlechteund Unverständige zu dem Rechtschaffenen und Verständigen.Diesen letzteren ist dasjenige angenehm, was ihrem Charakterentspricht, und dieses ist das Gute und Edle.
Da nun das Gute in mehrfachem Sinn zu verstehen ist,(wir nennen nemlich etwas gut einmal deßwcgen, weil es wirklichdiese Beschaffenheit hat, sodann aber auch deßwegen, weil es nütz-lich und förderlich ist), und da das Angenehme theils schlechthinangenehm und schlechthin gut ist, theils auch nur für gewisseMenschen und nur scheinbar gut und angenehm, so ergibt sichnun daraus, daß wir um jeder dieser Rücksichten willen einenMenschen lieben und vorziehen können, wie es ist im Verhaltenzu leblosen Dingen; wir lieben ja einen Menschen bald weil erdie und die Beschaffenheit hat und um der Tugend willen, baldweil er nützlich und förderlich ist, bald weil er angenehm ist undum der Lust willen, die er uns gewährt. Freund wird einMensch, wenn er geliebt wird und Gegenliebe empfindet, undwenn dieses gegenseitige Gefühl beiden Theilen bewußt ist, instärkerem oder geringerem Grad.
Es muß also nothwendig drei Arten von Freundschaft geben,und es können nicht alle drei aus demselben Moment beruhennoch Arten Einer Gattung sein, noch überhaupt in gleichem Sinnso bezeichnet werden. Alle haben ihre Namen von ihrem Ver-hältnis) zu Einer Art, der eigentlichen Freundschaft, wie es ;. B.auch bei dem Ausdruck „zur Heilung gehörig" ist. Wir könnendiesen Ausdruck gebrauchen von der Seele, vom Körper, voneinem Werkzeug und einer Handlung, aber im eigentlichen Sinnvon dem eigentlichen und Ersten. Das Erste aber ist dasjenige,dessen Begriff in Allem enthalten ist, wie z. B. ein zur Heilunggehöriges Werkzeug dasjenige ist, dessen der Heilkünstler sich bedient;