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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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die Veränderung aber fuhrt zum Entgegengesetzten. Das Aehn-iche aber ist hienach dem Aehnlichen feind, denn

Feiub ist der Töpfer dem Töpfer"'),

und so sind auch die Thiere, welche von denselben Stoffen sichnähren, einander feind.

So ist denn also ein großer Zwiespalt der Ansichten indieser Frage. Die Einen sagen, das Aehnliche begründe dieFreundschaft, der Gegensatz die Feindschaft:

Entgegen stehet feindlich stets bas Weniger

Dem Mehr und führet also her des Hasses Stund" 2).

So sind ja auch die Orte des Entgegengesetzten von einandergetrennt, während die Freundschaft offenbar zusammenführt. An-dere aber begründen die Freundschaft auf den Gegensatz, undHeraklit tadelt den Dichter, wenn ^r sagt:

Möchte doch aller Hader bei Göttern und Menschen vertilgt sein" ff.

Denn es würde ja keine Harmonie geben, wenn es nichts Spitzi-ges und Stumpfes, Hohes und Niedriges gäbe, und ebenso gäbees keine Thiere ohne Gegensatz des Männlichen und Weiblichen.

So haben wir also zwei Ansichten über die Freundschaft,die nur ganz allgemein gefaßt sind und weit auseinander gehen;andere Ansichten stehen der täglichen Erfahrung näher und sinddamit verwandter. So sind Manche der Ansicht, eine Freund-schaft zwischen schlechten Menschen sei nicht denkbar, sondern nurzwischen guten; Andere meinen, es wäre ein Widerspruch, wenndie Mütter 4) nicht ihre Kinder liebten. Ferner findet offenbarauch bei den Thieren Freundschaft statt, wenigstens sind sie be-reit, für ihre Jungen zu sterben. Andern scheint die Freund-schaft lediglich auf dem Nützlichen zu beruhen. Der Beweis wirddarin gesunden, daß Alle dem Nützlichen nachjagen, während man

ff Hes. Op. st v. 25.ff Eurip. klioen. 539 f,ff Hom. II. 18, 107.ff Auch die schlechteste».

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