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Schadenfrohen in gleicher Hinsicht keine besondere Bezeichnung(im Griechischen) hat, wiewohl man das Wesen dessen, der dieseEmpfindung hat, deutlich erkennt, daß sie nemlich in Lust bestehtüber unverdientes Unglück Anderer; in der Mitte zwischen beidensteht der, welcher gerechte Vergeltung will, was die Alten dieVergeltung, Nemesis, nannten, daß man nemlich Unlust empfin-det über unverdientes Unglück und Glück, Lust aber über ver-dientes Glück und Unglück Anderer; weßhalb man denn auch inder Nemesis eine Göttin erblickt. — Die Schamhaftigkeit ist dieMitte zwischen Unverschämtheit und Blödigkeit; wer nemlich umdie Meinung Anderer sich gar nicht kümmert, ist unverschämt,wer aber um jedes fremde Urtheil ohne Unterschied, ist blöde;schamhaft dagegen ist der, welcher sich um das Urtheil der rechtenLeute kümmert. — Die Freundlichkeit budet die Mitte zwischenGehässigkeit und Schmeichelei. Ein Schmeichler ist nemlich der,welcher ohne weiteres in allem den Leute» zu Gefallen redet;wer dagegen allen Wünschen sich widersetzt, ist gehässig; wer aberweder allen Wünschen widerstrebt, noch allen nachgibt, sondernnur da, wo das, was er für das beste hält, in's Spiel kommt,der ist ein Freund. — Die Würde steht in der Mitte zwischenSelbstgefälligkeit und Kriecherei. Wer nemlich im Leben sich garnicht nach dem Andern richtet, sondern sich nichts aus demselbenmacht, ist selbstgefällig; wer aber in Allem sich nach dem Andernrichtet oder anch unter jedermann sich heruntergibt, ist kriechend;wer aber das eine und andere bald thut, bald nicht thut, je nachdem Verdienst der Andern, ist in seinem Benehmen würdig. —Der Wahrhaftige und Aufrichtige, von dem man sagt, daß erimmer sich selbst gibt, steht in der Mitte zwischen dem Zurück-haltenden und dem Prahlerischen; wer nemlich gegen sich selbstin der Weise die Wahrheit nicht sagt, daß er sich in Nachtheilbringt, und zwar mit vollem Bewußtsein, ist zurückhaltend; weres aber thut, um sich besser erscheinen zu lassen, ist prahlerisch;wer aber von sich so redet, wie es der Sache entspricht, ist wahr-haftig, „verständig", um mit Homer zu reden, überhaupt kannman den einen als einen Freund der Wahrheit, den andern alsFreund der Unwahrheit bezeichnen. — Auch der Witz ist eine