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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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ihre Anwendung nur auf die genannten zwei Arten von Sinnes-empfindung, in Beziehung auf welche auch die andern Thiere alleineine Empfänglichkeit haben in Lust und Unlust, nemlich die Gegen-stände des Tastsinns und des Geschmacksinns. In Beziehung ansdas Angenehme, welches durch die übrigen Sinne vermittelt wird,verhalten sich alle Thiere so ziemlich in gleicher Weise unempfind-lich, wie z. B. in Beziehung auf Melodie und Schönheit; es istja offenbar so, daß die Betrachtung des Schönen oder die An-hörung des Melodischen an und für sich keinen auch nur nennens-wcrthen Eindruck auf sie macht, wenn nicht etwa etwas ganzAußerordentliches sich dabei begibt. Ebensowenig sind sie empfind-lich für das Wohlriechende oder das Uebelriechende, obgleich siedurchaus schärfere Sinne besitzen; nur an denjenigen Gerüchenhaben sic Freude, welche in accidenteller Beziehung ergötzen, nichtaber an und für sich. Unter letzterem Ausdruck verstehe ich das,daß wir uns freuen, weil wir etwas hoffen oder an etwas unserinnern, z. B. an Speise und Trank; in diesem Fall ist dieFreude, welche wir empfinden, auf die Lust an etwas Anderen,begründet, nemlich auf die Lust an Essen und Trinken; an undfür sich dagegen sind z. B. die Gerüche der Blumen lusterregend.Daher ist es eine ganz richtige Bemerkung, wenn Stratonikussagt, die Blumen duften schön, die Speisen und dcrgl. angenehm.Ja auch bei dem, was Gegenstand des Geschmacks ist, ist es nichtjede Lustempfindung, welche die Thiere entzückt, noch auch die-jenige, welche vermittelst der Spitze der Zunge empfunden wird,sondern nur die, welche für die Kehle vorhanden ist, und diei?Empfindung ist eigentlich mehr verwandt mit dem Tasten alsdem Schmecken; daher denn auch die Feinschmecker nicht einelange Zunge sich wünschen, sondern die Kehle eines Kranichs,wie z. B. Philoxenos, der Sohn des Eryxis. Wir müssen also,um es kurz zu sagen, der Zügellosigkeit ihren Platz aus dem Ge-biet des Tastbaren anweisen; ebenso hat es denn auch der Zügel-lose mit den entsprechenden Lustempfindungen zu thun. Denn dieWeinsäuferei, die Gefräßigkeit, die Geilheit, die Feinschmeckerei

Dichter und Citherspteler von Athen.

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