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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Seite
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Bestimmung hnt z. B. der Umstand nichts zu thun, daß Einerdas Süße oder das Bittere liebt.

C-ilftes Kapitel.

LkrhMniß der sittlichen Tugend zu der intelleltnellen Thätigkeit.

Nach diesen Bestimmungen haben wir davon zu reden, obdie Tugend es ist, welche macht, daß der Vorsatz frei von Jrr-thum und das Ziel richtig ist, so daß also der Vorsatz aus dasrechte Ziel gerichtet ist, oder ob es die Vernunft ist, wie Mancheaunehmen. Dieß ist aber die Mäßigkeit: denn von dieser kommtkeine Verderbniß der Vernunft. Aber zwischen Tugend undMäßigkeit ist zu unterscheiden. Darüber ist nachher zu reden,denn hier ist der Grund dafür zu suchen, daß Manche der An-sicht sind, die Tugend begründe die Richtigkeit der Vernunft.Aber die Mäßigkeit ist nicht geradezu Tugend '), wohl abergehört sie zu dem Lobenswerthen. Doch wollen wir vorher einigeFragen aufwerfen. Es ist nemlich möglich, daß das Ziel richtigist, während der Fehler in dem liegt, was zum Ziel führen soll;es ist aber auch möglich, daß das Ziel verfehlt ist, während daszum Ziel Führende richtig bestimmt ist; und es ist möglich, daßkeines von beiden richtig ist. Ist nun die Tugend Urheberindes Ziels oder der dazu führenden Mittel? Wir nehmen ent-schieden an, daß sie Urheberin des Ziels ist, weil dazu keineUeberlegung oder vernünftige Erwägung nöthig ist, dieß viel-mehr, wie ein Princip, als Voraussetzung vorhanden sein muß.Ein Arzt z. B. fragt nicht, ob der Kranke gesund sein soll odernicht, sondern ob er spazierengehen soll oder nicht, der Gymna-stiker fragt nicht, ob man eine gute Constitution haben soll odernicht, sonder» ob man ringen soll oder nicht. So hat es auchkeine andre Wissenschaft unmittelbar mit dem Zweck zu thun;wie nemlich für die theoretische» Wissenschaften die PrincipienVoraussetzungen sind, so ist für die hervorbringenden Wissen-

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