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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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alles das, was van uns abhängt und Gegenstand des Handelnsist. Woraus auch erhellt, daß der Vorsatz auch nicht schlechthinVorstellung ist. Aber das Vorsätzliche, die Gegenstände desHandelns gehören zu dem, was von uns abhängt. Darum kannman auch fragen, wie es denn komme, daß die Acrzte sich be-rathen über das, was ihre Wissenschaft ausmacht, die Gramma-tiker aber nicht? Der Grund liegt darin, daß in der Heilkundedie beiden überhaupt zu unterscheidenden Arten von JrrthumVorkommen, sofern der Jrrthum entweder auf der Seite desSchließens liegt, oder in der auf die sinnliche Wahrnehmungbegründeten Ausführung, während auf dem grammatischenGebiet der Jrrthum nur in der auf die Wahrnehmung begrün-deten Ausführung liegt, und wenn man diese untersuchen wollte,so müßte man in's Endlose gehen.

Da nun also der Vorsatz weder eine Meinung noch einWunsch ist, dieses beides für sich genommen, noch auch beides,(der Vorsatz ist nemlich nie etwas Plötzliches, wohl aber dasHandeln und Wünschen), so ist er wohl etwas aus beiden Zu-sammengesetztes ; denn beides findet sich sa bei dem, welcher einenVorsatz faßt. Das Nähere über diese Zusammensetzung ist abernun zu untersuchen. Gewissermaßen weist schon der Name deut-lich darauf hin. Der Vorsatz ist nemlich eine Art von Satzoder Setzen, aber nicht ei» Setzen schlechthin, sondern ein Setzendes einen vor dem andern; dicß aber ist nicht möglich ohneBetrachtung und Ucbcrlegung. So muß also der Vorsatz be-ruhen auf einer mit Ueberlcgung verbundenen Meinung. Wasnun das Ziel oder den Zweck betrifft, so ist dicß für niemandGegenstand der Ucberlegung, vielmehr steht dicß immer schonfest, sondern Gegenstand der Ueberlcgung ist das, was zumZwecke hinführt, ob nemlich dieses oder jenes dazu geeignet ist,oder wenn darüber schon eine Entscheidung getroffen istwie cs nun in's Werk gesetzt werden soll. Diese Ueberlcgungdauert aber immer so lang, bis wir das Princip, von welchemdas zu Bewirkende ausgeht, auf uns selber zurückgeführt haben.Wenn nun niemand einen Vorsatz faßt, ohne sich dazu vorbereitetund ohne überlegt zn haben, ob die Sache gut oder schlecht ist,