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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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z. B-, niemand setzt sich vor gesund zu sein, sondern spazierenzu gehen oder zu sitzen, um gesund zu sein; er setzt sich nichtvor, glücklich zu sein, sondern etwas zu erwerbe» oder zu wagen,um glücklich zu sein; überhaupt macht sich das Subjekt, welcheseinen Vorsatz faßt, immer klar, was es sich vorsetzt und zuwelchem Zweck: das letztere ist ein Anderes, um dessen willen esden Vorsatz faßt, das erstere ist das Was, was eben Inhaltdes Vorsatzes ist um eines Andern willen. Der Wunsch abergeht ganz besonders auf den Zweck, der Wünschende stellt sichvor, daß er gesund, resp. glücklich sein müsse. So ergibt sichalso hieraus, daß der Vorsatz etwas Anderes ist, als die Mei-nung und als der Wunsch; Wünschen und Meinen beziehen sichganz besonders auf den Zweck, der Vorsatz aber nicht. Mansieht also, daß der Vorsatz weder Wunsch ist noch Meinung nochüberhaupt Vorstellung; aber wie unterscheidet er sich von diesenBegriffen und wie verhält er sich zum Freiwilligen? Mit derBeantwortung dieser Fragen wird zugleich auch der Begriff desVorsatzes selbst klar werden.

Zu dem, was sowohl sein als nicht sein kann, gehört ein-mal das, was von der Art ist, daß wir darüber eine Berathungund Ueberlegung anstellen können, sodann solches, wobei dies;nicht thunlich ist. Manches ist nemlich so, daß es sein und nichtsein kann, aber das Werden desselben hängt nicht von uns ab,sondern es entsteht entweder von Natur oder aus andern Grün-den, und darüber eine Berathung anzustellen wird niemand ein-fallen, es müßte ihm denn nur unbekannt sein, wie es sich mitder Sache verhält. Diejenigen Dinge aber, in Betreff deren nichtbloß gilt, daß sie sein oder nicht sein können, sondern auch, daßdie Menschen darüber sich berathen können, diese sind vonder Art, daß es von uns abhängt, ob wir sie ausführcn odernicht. Daher wir denn keine Berathung anstellen über das, wasin Indien vorgeht, sowenig als darüber, wie die Quadratur desCirkels zu Stand gebracht werden könnte: hievon hängt daserstere nicht von uns ab, das letztere ist überhaupt nicht Gegen-stand des Handelns. Allein wir berathen uns auch nicht über

Aristoteles" Tudemische Ethik, 4