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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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nächst die Genannten offenbar gezwungen und unfreiwillig han-deln und warum dies; so ist, nemlich auf Grund einer gewissenAehnlichkeit mit dem gewaltsamen Handeln, wornach wir auchauf das Unbeseeltc diesen Ausdruck anwendcn. Indessen löstsich die Schwierigkeit, wenn man den in die Begriffsbestimmungaufgenommenen Punkt auch hier beifügt. Wir sprechen nemlichvon Gewalt, wenn etwas von außen her eine Bewegung odereinen Stillstand verursacht im Widerspruch mit dem in demWesen liegenden Trieb; ist dies; aber nicht der Fall, so sprechenwir auch nicht von Gewalt. Im Mäßigen aber und im Un-mäßigen wird das Handeln bestimmt durch den in jedem lie-genden Trieb, denn in ihnen ist beides, Vernunft und Trieb.Also von diesen beiden handelt keiner gewaltsam oder gezwungen,sondern freiwillig aus dem angegebenen Grund. Das von außenher kommende Princip nemlich, welches im Widerspruch mit demTrieb entweder Stillstand oder Bewegung verursacht, nennenwir Zwang, wie wenn jemand die Hand eines Zweiten, der mitseinem Wollen und Begehren widerstrebte, ergriffe und damiteinen Dritten schlüge. Ist aber das Princip im Innern desbetreffenden Wesens, so findet kein Zwang statt, da ja auch Lustund Unlust in jenen beiden ist. Denn einerseits empfindet derMäßige Unlust, weil er eben der Begierde zuwider handelt, zu-gleich aber Lust, weil die Hoffnung ihm eine solche gewährt, die Hoffnung, daß er nachher einen Nutzen haben werde,oder daß er bereits einen Nutzen hat, sofern er gesund bleibt;andrerseits der Unmäßige empfindet Lust, sofern er durch Un-mäßigkeit das erreicht, worauf seine Begierde gerichtet ist, er hataber zugleich Unlust, welche von dem Gedanken an die Zukunftausgeht, weil er glaubt, daß er etwas thut, was von schlimmenFolgen ist. Es ist also im Wesen der Sache begründet, wennman sagt, beide handeln unter dem Einfluß einer Gewalt, undbeide handeln je und je unfreiwillig mit Rücksicht auf die Ver-nunft einerseits, den Trieb andrerseits, denn diese, welche getrenntvon einander sind, werden je und je durch einander verdrängt.Weil wir nun dies; *) bei einem Theil der Seele wahrnehmen,

u Das Verdrängt werben, nicht Aufkommen.