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Zorn zn haben, wie znr Begierde, und was gegen den Zornist, ist unangenehm, die Zügelung des Zorns ist gewaltsam, alsowenn das Gewaltsame unfreiwillig ist, so wird das dem ZornGemäße immer freiwillig sein. So scheint auch Heraklit dieMacht des Zorns im Auge zu haben, wenn er sagt, daß dieHemmung desselben unangenehm sei: „cs ist schwer, sagt er,mit dem Zorn zn streiten, denn er gibt das Leben als Kauf-preis hin." Ist cs nun unmöglich, daß ein und derselbe Menschfreiwillig und zugleich unfreiwillig in Beziehung auf den nem-lichen Gegenstand handelt, so ist das dem Wunsch Gemäße mehrfreiwillig als das der Begierde und dem Zorn Gemäße. DerBeweis dafür liegt darin, daß wir oieles freiwillig thun ohneZorn und Begierde. Somit bleibt die Frage übrig, ob derWunsch und das Freiwillige identisch sind; allein auch dies; istoffenbar unmöglich. Wir haben ncmlich vorausgesetzt und neh-men an, daß die Schlechtigkeit die Menschen ungerechter mache,die Unmäßigkeit ist aber offenbar eine Schlechtigkeit. Nun wirdsich uns aber das Gegentheil ergeben: cs will nemlich niemanddas, was er für schlimm hält, er thut cs aber doch, sobald erunmäßig wird; wenn nun das unrecht thun freiwillig ist, dasFreiwillige aber dem Wunsch gemäß ist, so wird der, welcherunmäßig wird, nicht mehr unrecht thun, sondern er wird ge-rechter sein, als vorher, che er unmäßig geworden ist. Dichist aber unmöglich. Es ist somit klar, daß das freiwillig Han-deln nicht znsammenfällt mit handeln gemäß dem Trieb °nndebensowenig das unfreiwillig Handeln identisch ist mit dem Han-deln im Widerspruch mit dem Trieb.
Achtes Kapitel.
lieber Gewalt und Nothwcndigkeit im Verhältnis; zum freien Willen.
Entfernung verschiedener Bedenken.
Auf der andern Seite ist aus folgender Betrachtung klar,daß das freiwillige Handeln nicht das auf Vorsatz beruhendeHandeln ist. Es ist gezeigt worden, daß das, was dem Wunschgemäß ist, nicht unfreiwillig ist, vielmehr alles, was man wünscht,