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weit von der Mitte sich entfernt, dnß wir vielmehr weniger ge-neigt sind, Anstrengungen zu ertragen und geneigter znm Genuß.Das Gleiche findet auch statt in Beziehung auf die Seele. Alsentgegengesetzt der Mitte bezeichnen wir aber das Verhalten, zuwelchem wir mehr geneigt sind uns in fehlerhafter Weise hinzu-wenden und welchem die Meisten zugcneigt sind; das andere da-gegen entzieht sich der Wahrnehmung, als wäre cs gar nichtvorhanden: es ist ncmlich nicht wahrzunehmen, weil es nur ingeringem Grad vorhanden ist. Z. B. den Zorn setzen wir gegen-über der Gelassenheit und den Jähzornigen dem Gelassenen. Frei-lich gibt es auch ein Zuviel in der Freundlichkeit, der Versöhn-lichkeit und der Fernhaltung des Zorns selbst bei Mißhandlungen,doch ist dieß bei wenigen Menschen der Fall, während man imallgemeinen mehr der andern Seite sich zuneigt; daher denn auchder Mensch im Affekt nicht zur Fügsamkeit geneigt ist.
Nach der von uns gegebenen Unterscheidung und Aufzählungder einzelnen Arten des Verhaltens in Beziehung aus die ver-schiedenen Affekte, sowohl des Zuviel und des Zuwenig, als auchder entgegengesetzten Arten, wornach die Menschen sich in einerder richtigen Vernunft entsprechenden Weise verhalten, (was un-ter richtiger Vernunft zu verstehen ist und nach welchem Gesichts-punkt man die Mitte bestimmen muß, werden wir später unter-suchen') — hienach ist klar, daß sämmtliche ethischen Tugendenund Laster auf einem Zuviel und Zuwenig von Lust und Unlustberuhen, und daß Lust und Unlust von den angegebenen Artendes Verhaltens und der Affekte aus entstehen. Jedenfalls ist aberdas beste Verhalten dasjenige, welches jedesmal die Mitte fest-hält. Somit ist klar, daß die Tugenden — entweder alle oderzum Theil") — in einer solchen Mitte bestehen.
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') S. V. I. — NW. Nie. VI. I.2) S. IV, 14.