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selben oder mit ihrer Entstehung — thcils aber dem unvernünf-tigen Theil, welchem aber ein Begehren zukommt, — denn nichtjeder Theil der Seele hat ein Begehren, wenn die Seele über-haupt thcilbar ist —, so muß nach all dem der Charakter gutoder schlecht sein, je nachdem er die verschiedenen Arten von Lustoder Unlust sucht oder flieht. Dich ergibt sich aus den Unter-schieden, die wir statnircn >) in Betreff der Affekte, der Vermögenund der Zustände; die Zustände ncmlich und die Vermögen be-ziehen sich ans die Affekte, diese selber aber sind bestimmt durchLust oder Unlust. Also hieraus und aus den oben ausgestelltenSätzen ergibt sich, daß alle sittliche Tugend auf Lust und Unlustsich bezieht. Die Lust ncmlich bezieht sich auf das und hat csmit dem zu thun, wodurch jede einzelne Seele besser oder schlechtergemacht werden kann. Wenn wir sagen, cs sei jemand schlechtum der Lust oder Unlust willen, so beziehen wir dieses darauf,daß er dieselbe sucht, resv. vermeidet, entweder so, wie cs nichtrecht ist, oder in verkehrter Richtung. Daher auch jedermannohne Bedenken annimmt, daß die Tugenden bestehen in einerAfsektlosigkeit und Ruhe in Beziehung ans Lust und Unlust, wäh-rend die Laster in dem entgegengesetzten Verhalten ihren Grundhaben.
Fünftes Kapitel.
Das Zuviel und Zuwenig, welches der Tugend, als der richtigen Mitte,gcgeuNberstcht, ist nicht immer gleich erkennbar.
Nach unseren bisherigen Bestimmungen ist die Tugend einsolches Verhalten, wodurch wir befähigt werden, das Beste zuthun, und wonach wir uns auf die beste Weise zum Besten ver-halten; das Beste ferner und Edelste ist das der richtigen Ver-nunft Entsprechende, dies; aber ist nichts Anderes als das, wasfür uns die Mitte ist zwischen dem Zuviel und dem Zuwenig;nach all diesem aber muß die sittliche Tugend für jedes einzelneSubjekt eine Mitte sein oder mit gewissem Mittleren zu thunhaben in Beziehung auf Lust und Unlust, auf das Angenehme
') Kap. 2.
Aristoteles' Endemische Ethik.
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