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bei den genannten Asfcktionen wieder verschiedene Arten durch denAnsdruck unterscheiden, je nachdem in dem Zustand der so Affi-cirten ein Zuviel in der Zeit oder im Grad oder in der Rela-tion ist. Ich meine dies; so: z. B. jähzornig ist, wer sich schnellervom Affekt fortreißen läßt, als recht ist, heftig und leidenschaft-lich, bei wem es in zu hohem Grad der Fall ist, unfreundlich
oder herb, wer den Zorn festzuhalten pflegt, händelsüchtig undschmähsüchtig wird Einer genannt nach den Mitteln, durch welcheer seinen Zorn zu befriedigen sucht. Ferner nennen wir dieMenschen Leckermäuler, Vielfräße, Weinschlemmer, je nachdem siedazu angelegt sind, in vernunftwidriger Weise von dem einenoder andern Genuß, Essen oder Trinken, afficirt zu werden. Esist dabei aber zu beachten, daß Manches, was hier aufgezählt wird,nicht auf dem Wie beruht, wenn man nemlich das Wie versteht
vom Mehr oder Weniger des Affekts; z. B. beim Ehebrecher
liegt der Fehler nicht darin, daß er mehr, als recht ist, mit ver-heiratheten Frauen sich einläßt, dieß braucht es nicht, vielmehrist sein Benehmen schon au sich eine Schlechtigkeit; der Charakterdes Menschen ist hier schon unmittelbar mit der Bezeichnung derLeidenschaft ausgesprochen. Ebenso ist es mit der Gewältthätig-keit. Daher kann Einer auch bestreiten, daß er einen Ehebruchbegangen habe, wenn er auch zugibt, daß er mit einer FrauUmgang gehabt hat, indem es ja möglich ist, daß er in Unwis-senheit oder gezwungen so handelte; und es kann Einer sagen,er habe zwar zugeschlagen, aber keine Gewaltthätigkeit verübt.Und ebenso ist es in allen derartigen Fällen.
Viertes Kapitel.
Die sittliche Beschaffenheit bestimmt sich nach dem Verhältnis; desSubjekts zu Lust und Unlust.
Nach diesen Bestimmungen ist weiter zu bemerken: da wirzwei Theile der Seele und hienach auch zweierlei Tugenden un-terschieden haben, da diese Tugenden theils dem vernünftigen Theilangehören als geistige Tugenden, — und diese haben cs mit derWahrheit zu thun, entweder mit der Art und Beschaffenheit der-