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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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findlichen Menschen zu den Affekten in eine bestimmte Beziehungtreten, z. B. als zornmiithig, gefühllos, wollüstig, schamhaft,schamlos. Zuständlichkeit aber oder dauernde Beschaffenheit istdas, worin der Grund davon liegt, daß jene Bestimmungen ent-weder in einer der Vernunft entsprechenden oder in entgegengesetz-ter Weise auftreten, z. B. Tapferkeit, Selbstbeherrschung, Feig-heit, Ueppigkeit.

Drittes Kapitel.

Zwischen dem Zuviel und dem Znwcnig steht die Tugend als das Bestein der Mitte. Aufzählung der Tugenden in ihrem Berhältniß zumbetreffenden Zuviel und Zuwenig.

Nach diesen Bestimmungen ist nun weiter zu beachten, daßin allem, sei es zusammenhängend oder getheilt, ein Zuviel, einZuwenig und eine Mitte ist, und zwar sowohl im Berhältnißzu einander, objektiv, als im Verhältnis; zu uns, subjektiv, wiez. B. in der Gymnastik, in der Meinem, in der Baukunst, inder Steuermannskunst, überhaupt bei jeder Thätigkeit, mag siewissenschaftlich sein oder nicht, mag sic kunstgemäß sein oder nicht.Die Bewegung nemlich ist etwas Zusammenhängendes, Continuir-liches, die Thätigkeit aber ist eine Bewegung. In allem aberist das, was für uns das Mittlere ist, das Beste, dieses ist nem-lich den Regeln der Wissenschaft und der Vernunft gemäß. Undüberall bringt dieses Mittlere auch die beste Beschaffenheit hervor.Dreß erhellt sowohl aus der Induktion, als aus der rationellenBetrachtung. Das Entgegengesetzte nemlich vernichtet sich gegen-seitig und die Extreme sind sowohl einander als auch dem Mitt-leren entgegengesetzt. Das Mittlere ist nemlich beides, je nach-dem man es dem einen oder andern gegenüberstellt, z. B. dasGleiche ist größer als das Kleinere, aber kleiner als das Größere.Daraus folgt denn, daß die sittliche Tugend auf irgend welcheMittlere sich beziehen und eine Art von Mitte sein muß. Wirmüssen also ausfindig machen, was für eine Mitte die Tugend istund auf was für Mittlere sie sich bezieht. Wir nehmen dazuein Beispiel und machen das einzelne deutlich in folgender Auf-zählung :