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nicht aber diejenigen, welche nur das Vermögen zum Siegenhaben, nicht aber wirklich siegen. Ferner benrthcilt man denCharakter eines jeden Menschen nach seinen Werken. Und über-dieß: warum wird denn die Glückseligkeit nicht gelobt? Deßwegen,weil um ihretwillen das Andere gelobt wird, entweder sofern csauf sie zurückgeführt wird, oder sofern es einen Thcil von ihrbildet. Darum ist auch das Glückseligpreisen etwas Anderes alsLoben und Anerkennen; die Anerkennung nemlich ist Hervorhebungder That im einzelnen, das Lob Hervorhebung davon, daß Einerim ganzen so und so ist, das Glnckseligpreiscn aber geht auf denEndzweck. Hieraus ist auch klar, wie es mit dem bisweilen gel-tend gemachten Bedenken steht, warum nemlich die Guten diehalbe Lebenszeit über nicht besser sind als die Schlechten? es sindnemlich alle gleich, solang sie schlafen. Dieß erledigt sich dadurch,daß der Schlaf eine Unthätigkeit der Seele ist, nicht aber einThätigsein. Daher denn auch, wenn es sonst noch einen Theilder Seele gibt, wie das ernährende Princip, die Tugend desselbennicht einen Theil der gesammten Tugend ausmacht, sowenig alsdie Tugend des Körpers; denn das ernährende Princip ist ge-rade im Schlaf besonders thätig, während das Vermögen dersinnlichen Wahrnehmung und des Begehrens im Schlaf unvoll-kommen sind. Doch sind auch die Traumvorstellnngcn der Tüch-tigen in sofern besser, als ihnen eine gewisse Bewegung zukommt,es müßte denn nur eine Krankheit oder eine Verstümmlung dießverhindern.
Hienach müssen wir uns der Betrachtung der Seele zuwen-den. Die Tugend gehört ja der Seele an, und zwar nicht bloßin accidenteller Weise. Da es uns nun um die menschliche Tu-gend zu thun ist, so gehen wir davon aus, daß es zwei Theileder Seele gibt, welchen Vernunft zukommt, jedoch kommt ihnendie Vernunft nicht auf die ncmliche Weise zu, sondern dem einenTheil in sofern, als er gebietet, dem andern in sofern, als erseiner Natur nach zum Gehorchen und Folgen angelegt ist; wennes etwa sonst noch einen unvernünftigen Theil gibt, so lassenwir das zunächst ans sich beruhen. Es macht dabei keinen Un-terschied, ob die Seele theilbar oder untheilbar ist, obwohl sie