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zwar, je besser die Beschaffenheit ist, desto besser ist auch die Wir-kung, und wie die Beschaffenheiten oder Eigenschaften sich zu cin-nndcr verhalten, so auch die von ihnen ausgehenden Wirkungen.Und der Endzweck besteht eben in der Wirkung. Hicnach sichtman deutlich, daß die Wirkung besser ist, als die Beschaffenheit;denn der Endzweck als solcher ist das beste; nach unsrer Voraus-setzung ist ja das Beste und Letzte, um dessen willen alles Andereist, eben der Endzweck. So ist klar, daß die Wirkung besser istals die Beschaffenheit und der Zustand. Aber Wirkung ist indoppeltem Sinn zu verstehen: bei den einen Dingen nemlich istdie Wirkung zu unterscheiden von dem Gebrauch oder der Aus-übung, z. B. die Wirkung der Baukunst ist nicht das Bauen,sondern das Haus, die Wirkung der Heilkunde ist nicht das Hei-len oder die ärztliche Behandlung, sondern die Gesundheit, da-gegen bei andern Dingen ist der Gebrauch zugleich die Wirkung,z. B. die Wirkung des Gesichtssinns ist das Sehen, die Wir-kung der mathematischen Wissenschaft ist die betreffende Betrach-tung. Daraus folgt nothwendig, daß da, wo Wirkung undGebrauch identisch find, der Gebrauch besser ist als die Be-schaffenheit.
Nach diesen Bestimmungen sagen wir weiter, daß die Wir-kung der Sache >) und der Tugend Eine und dieselbe ist, nurnicht in derselben Weise. Z. B. die Wirkung der Schuhmachcr-kunst und des Schuhmachers ist der Schuh. Gibt cs nun abereine Tugend des Schuhmachers und des guten Schuhmachers,so ist die Wirkung derselben ein guter Schuh. Und ebenso istcs in allen ähnlichen Füllen.
Ferner: die Wirkung der Seele sei die, daß sie leben macht,die Wirkung des Lebens aber sei Gebrauch und Wachen 2); dennder Schlaf ist ja eine Unthätigkcit, eine Ruhe. Da nun alsonothwendig die Wirkung der Seele und ihrer Tugend Eine unddieselbe sein muß, so müssen wir sagen: die Wirkung der Tugendist ein gutes Leben. Dieses also ist das vollkommene Gut, dar-
') D. h. z. B. der Kunst ohne besondere Tugend.
2> Oder nach Bonitz: der Gebrauch des Lebens sei das Wachen.