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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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Zweites Buch.

Erstes Kapitel.

Untersuchung der verschiedenen Güter, Verhältnis; von Eigenschaften undThätigkeiten, woraus die Definition der Tugend und der Glückseligkeithervorgcht. Die Tugend ist, entsprechend dem Wesen der Seele, theilsintellektuell, theils sittlich. Bestimmung der letzteren.

Wir fangen nun gleichsam wieder von neuem an, nm dasWeitere zu behandeln. Alle Güter sind entweder außerhalboder innerhalb der Seele >), und unter diesen sind die der Seeleungehörigen die vorzüglicheren, wie wir dies; auch in den exote-rischen Schriften unterscheiden; in der Seele sind ncmlich Erkennt-nis;, Tugend, Lust, und diese gelten entweder zum Theil oderallesammt als das allen vorschwebende Endziel. Von demjenigenferner, was der Seele angchört, ist das eine eine Eigenschaft oderein Vermögen, das andere eine Wirksamkeit (Actualität) undBewegung. Außer diesen Grundvoraussetzungen sei noch weiterin Betreff der Tugend bemerkt, daß sie der beste Zustand oderdie beste Eigenschaft oder das beste Vermögen ist von Allem,wobei ein Gebrauch (eine Ausübung) oder eine Wirkung statt-findct. Dieß erhellt ans der Induktion; denn diese legen wirüberall zu Grund. Z. B. Tugend kommt auch einem Kleid zu;es findet ncmlich eine Wirkung, ein Gebrauch dabei statt, unddie beste Beschaffenheit des Kleids ist eben seine Tugend. Ebensoist es bei einem Schiss, einem Haus u. s. w. Also ist es auchso bei der Seele, denn auch von dieser gibt es ein Wirken. Und

>) Als eine dritte Gattung werden sonst noch die körperlichen Güter genannt.