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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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der Glückseligkeit, und suchen für diese Frage eine klare und be-stimmte Antwort zu finden. Man ist darin einig, daß sie dasgrößte und edelste Gut unter den menschlichen Gütern sei. Wirsagen ausdrücklich:unter den menschlichen", weil ja wohl auchhöhere Wesen, wie z. B. die Gottheit, Glückseligkeit haben kön-nen. Von den andern Geschöpfen freilich, welche ihrem Wesennach unter den Menschen stehen, hat keines Anspruch ans dieseBezeichnung; man kann nicht sagen, daß ein Pferd, ein Vogel,ein Fisch glückselig wäre, oder sonst ein derartiges Geschöpf, wel-ches nicht schon vermöge seines Namens etwas Göttliches in sei-nem Wesen hat, vielmehr ist es eine andere Theilnahme am Gu-ten i), wornach das eine dieser Geschöpfe ein besseres, das andereein schlechteres Leben hat. Doch die Richtigkeit dieser Behaup-tung haben wir spater noch zu untersuchen ^). Für jetzt sagen

wir: von den Gütern sind die einen für den Menschen Gegen-

stände des Handelns, die andern aber nicht. Dich bemerken wirdeßhalb, weil manches Seiende keinen Theil hat an der Bewe-gung und also auch nicht am Guten, und zwar sind dies; vielleichtdie der Natur nach vorzüglichsten Wesen. Manches aber ist zwarGegenstand des Handelns, aber nur für höhere Wesen, als wirsind. Da nun aber der AusdruckGegenstand des Handelns"einen doppelten Sinn hat, wir bezeichnen nemlich so nicht

bloß dasjenige, um dessen willen wir handeln, sondern auch das,was wir um dieses echteren willen thun, beides fällt in den Be-reich des Handelns, wie wir denn nicht bloß die Gesundheit undden Reichthnm unter die Gegenstände des Handelns rechnen,

sondern auch das, was wir um der Gesundheit und des Reich-thums willen thun, nemlich das, was gesund und was gewinn-bringend ist, so ist klar, daß wir die Glückseligkeit bezeichnenmüssen als das beste unter allem, was in den Bereich des mensch-lichen Handelns fällt.

>i Das sinnliche Vergnügen.

2)Der Beweis findet sich, wenn man nicht die Lehre vom freien Ldillc»(II, 6 ss.) hiehcr ziehen will, im Folgende» nicht." Spengsl. Fritzsche bezieht esans Ntli. U. x. II5NV.