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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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wohl vorhanden als besondere Wesen, aber sie sind in einem be-ständigen Schlaf besangen.

Es geht aus dem Bisherigen hervor, daß die Untersuchungleinen Ausschluß gibt über die Frage, was das Glücktche undGute im Leben ist. Von Anaxagoras wird erzählt, er habe je-manden, der auch solche Bedenken vorbrachte und ihn fragte, war-um er es denn vorziehe geboren zu sein, anstatt nicht geborenzu sein, zur Antwort gegeben:um den Himmel und die Ord-nung im Weltall zu betrachten". Es war also das Wissen, dasihn bestimmte, das Leben als etwas wcrthvolles vorzuziehen; wennman aber einen Sardanapal oder den Smindyridcs ") von Sy-baris oder andere, die es nur auf ein Leben des Genusses ab-gesehen haben, als Glückliche nennt, so deutet man damit an,daß man die Glückseligkeit lediglich in die Lust setzt. Anderedagegen möchten weder irgend eine Art von Erkenntniß, noch diesinnlichen Genüsse den tugendhaften Handlungen vorziehcu; eSgibt wenigstens Manche, welche den letzteren den Vorzug gebennicht bloß des Ruhmes wegen, sondern auch ohne die Aussichtans eine besondere, dadurch zu gewinnende äußere Ehre. Da-gegen die meisten von denjenigen, welche für die bürgerliche Ge-sellschaft leben, haben eigentlich kein Recht auf diese Benennung;denn sie sind nicht in Wahrheit solche Leute, Politiker; denn derbürgerliche Mensch gibt den tugendhaften Handlungen um ihrerselbst willen den Vorzug, während die Meisten bloß durch dieRücksicht ans Geld und Gewinn diese Lcbcnsrichtnng ergreifen.

Wir sehen aus dem bisher Gesagten, daß cs im allgemei-nen drei Lebcnsrichtnngen sind, welchen man die Glückseligkeitzumeist: die des Politikers, des Philosophen und des Gcnuß-mcnschen. Was nun die Lust betrifft, welche ans dem rein sinn-lichen Genuß beruht, so weiß jeder, worin sie besteht, von wel-cher Art sie ist und wie sic zu stände kommt; wir brauchen alsonicht weiter zu untersuchen, was man darunter zu verstehen hat,sondern die Frage ist nur die, ob sie zur Glückseligkeit etwasbeiträgt oder nicht, und in welcher Weise cs geschieht, und, wenn

'1 s. Herod.oj VI, >2 7, vgl. K. Cintius griech. Ecsch. l, 617 fs.