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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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erwerbendem dasjenige, welches mit Kauf und Verkauf auf demMarkt und in den Buden zu thun hat. Diesen gegenüber sindeS nun drei Dinge, welche den Weg bahnen zum glückseligeilLeben, diejenigen, welche schon oben als die denkbar größten Gü-ter des Menschen bezeichnet worden sind ); dieß sind Tugend,Erkcnntniß, sinnlicher Genuß. Demgemäß finden wir nun auchdrei Lebensrichtungenj, welche jeder, der über sich selber oerfügenkann, einzuschlagen wünscht: das Leben des Bürgers, des Philo-sophen, des Genußmenschen. Dem Philosophen ist es zu thunum Erkenntnis; und um Untersuchung der Frage: was ist Wahr-heit? Der Bürger, der für die Gemeinschaft lebt, richtet seinAbsehen aus gutes Handeln, (denn dieses hat seinen Grund inder Tugend,) der Genußmensch will das sinnliche Vergnügen;weßwegen auch, wie schon oben bemerkt worden ist, die Ansich-ten über die Glückseligkeit sehr auseinander gehen. Anaxagorasoon Klazomenä gab auf die Frage, wer der Glücklichste sei, dieAntwort:Keiner von denen, die du im Sinn hast, vielmehrwürde das Bild des Glücklichsten deinen Begriffen gewaltig wider-sprechen". Wenn Anaxagoras so antwortete, so gieng er von derWahrnehmung aus, daß nach der Ansicht des Fragenden Glück-seligkeit unmöglich sich vorfinden könne ohne Größe, oder Schön-heit oder Reichthum. Er selber mochte sich wohl unter einemvom menschlichen Standpunkt aus als glückselig geltenden Men-schen einen solchen, welcher ohne Schmerz und Fehl für das Gutelebt oder nnt irgend einer göttlichen Betrachtung sich beschäftigt,denken.

Fünftes Kapitel.

Dir Bestimmung des wahrhaft BegehrenSwcrthen ist schwierig. Mannennt gewöhnlich Erkenntniß, Lust, Tugend, aber von den beiden erster»ist abzusehen. Spcciell wird die Ansicht des Sokrates zurückgewicscn.

So gewiß es nun viele andere Fragen gibt, in welchen einerichtige Entscheidung nicht leicht ist, so ist dieß doch ganz beson-

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