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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Hoffnungen, welche durch jedes ') angemessene Ziel erregt werden.Beruht nemlich das glückselige Leben ans den Gaben des Glücksoder der Natur, so müßten Viele non vorn-herein darauf ver-zichten; dann wäre ja der Besitz nicht der Lohn der Mühe, erhienge nicht ab vom Subjekt oder von eigenem Streben; liegtaber die Glückseligkeit darin, daß der Mensch selber und die vonihm ausgehenden Handlungen eine gewisse Qualität haben, dannist das Gut doch etwas allgemeineres und göttlicheres, allge-meiner, sofern für eine größere Zahl die Möglichkeit vorhandenist, dazu zu gelangen, göttlicher, sofern die Glückseligkeit als Zieldasteht für Solche, welche sich selber so und so bereiten und ihreHandlungen darnach einrichten.

Viertes Kapitel.

Frage, ob zur Glückseligkeit eine gewisse Qualität der Seele oder aucheine solche der Handlungen erforderlich ist? Dieß führt zur Unter-scheidung der drei möglichen ?cbeuSrichtungc».

Die meisten Bedenken nnd Schwierigkeiten werden sich lösen,sobald man eine richtige Definition davon gibt, was man sichdenn unter Glückseligkeit zu denken hat, ob nemlich dazu bloßeine gewisse Qualität der Seele erforderlich ist, wie dieß die An-sicht einiger älterer Philosophen war, oder ob neben einer ge-wissen Beschaffenheit des Subjekts selber auch noch nnd zwarin noch höherem Grad eine gewisse Qualität der Handlungenvorhanden sein muß. Nun hat man zwischen den verschiedenenLebensrichtnngen wohl zu unterscheiden. Es gibt solche, welcheauf die Glückseligkeit, mit der wir es zu thnn haben, gar keinenAnspruch erheben, die vielmehr nur zur Erlangung des Noth-wendigen dienen, wie z. B. das unedle, das erwerbende nnd dasniedrige oder gemeine Handwerk, wobei ich unter dem unedlendasjenige verstehe, welches nur auf äußern Ruhm gerichtet ist,unter gemeinem das sitzende Handwerk nnd die Lohnarbeit, unter

') 7,«xr«r,<r bekommt einen gnten Sin», wenn manals Neutrum faßt. Unter die gehört auch di« Glückseligkeit.