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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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seifigen, welche als glückselig bezeichnet werden, immer durch Na-tur glückselig werden, nach Analagie der Größe, der Kleinheit,der Farbe, oder durch ein Lernen, wobei vorausgesetzt wäre, daßdie Glückseligkeit ein Wissen sei, oder durch irgend welche Uebung,sofern ja vieles, was den Menschen znkommt, weder auf der Na-tur, noch ans einem Lernen beruht, sondern auf Gewöhnung,das Schlechte auf schlechter Gewöhnung, das Gute auf guter;oder aber, ob von all den genannten Möglichkeiten keine zutrifft,sondern an zwei andere zu denken ist, nemlich an eine auf un-mittelbarer göttlicher Einwirkung beruhende Art von Verzückung,entsprechend dem Zustand der von Göttern oder Nymphen Be-sessenen, oder an den Zufall; es gibt ja Viele, welche die Glück-seligkeit und den äußeren Glückszustand für Eins und dasselbeerklären.

Nun ist so viel außer Zweifel, daß, wo die Glückseligkeitvorhanden ist, alle die genannten Momente als Ursache sich findenmüssen, oder doch eins und das andere davon; es sind ja dichdie Principien, ans welche so ziemlich alles Werden zurückgeht;denn auch die ans dem Denken beruhenden Funktionen sind eigent-lich Funktionen des Wissens. Ganz besonders aber werden esdrei Momente sein, ans welche die Glückseligkeit, das selige undgute Leben, beruht, und diese Momente sind es, welche für dasWünschenswcrtheste gelten: das höchste Gut wird ja von de»Einen in die Erkenntniß gesetzt, van den Andern in die Tugend,wieder von Andern in die Lust. Was aber das Verhältniß die-ser drei zur Glückseligkeit betrifft, so ist da ein Streit über dasMaß von Bedeutung, welches jedem znkommt, indem bald demeinen, bald dem andern Faktor mehr Antheil an dem Produktzngewiesen wird: die Einen nemlich sagen, die Erkenntniß seiein größeres Gut, als die Tugend, die Andern räumen umge-kehrt der Tugend den Vorzug vor der Erkenntnis; ein, noch An-dere lassen Erkenntniß und Tugend hinter die Lust zurücktreten;und ebenso lassen die Einen das glückselige Leben bestehen aussämmtlicheu genannten Faktoren, die Andern nur aus zweien,nach Andere bloß ans einem.