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Zehnte« Buch.
es ja auch schon absurd, sie im Besitz von Geld und dergleichen zudenken. Doch wie wär's mit den maßvollen Thaten? Aber ist esnicht ein erniedrigendes Lob, daß sie keine schlechten Begierden haben?In Summa: wenn wir das ganze Gebiet der tugendhaften Thatendurchgehen, so werden sie wohl alle als klein und für Götter unwür-dig sich zeigen. Leben aber schreibt ihnen doch tatsächlich der allge-meine Glaube aller Menschen zu, und mithin auch das Thätigsein,denn man nimmt doch nicht an, daß sie schlafen, wie der Endy-mion? 5) Wenn man nun einem Wesen, welches lebt, das praktischeHandeln nimmt, und in noch höherem Grade das hervorbringendeThun, was bleibt da übrig, als denkende Betrachtung? Also Re-sultat: die Thätigkeit Gottes, da sie die allerglückseligste ist,muß eine theoretische sein ^). Und somit ist erwiesen, daßauch unter den menschlichen diejenige, welche dieser Thätigkeit Gottesam verwandtesten ist, die glückseligste sein muß.
8. Ein Beweis dafür ist auch der Umstand, daß die übrigenThiere keinen Antheil an Glückseligkeit haben, weil sie dieser Artvon Thätigkeit gänzlich beraubt sind. Den Göttern nämlich kommtnach allen Beziehungen ein seliges Leben zu ?), den Menschen abernur insoweit, als ihr Leben eine gewisse Aehnlichkeit solcher beseli-genden Thätigkeit darbietet. Von allen andern lebenden Wesen hin-gegen ist kein einziges glückselig, dieweil keines derselben irgendwiean denkender Betrachtung der Dinge Theil hat. So weit sich alsodie denkende Betrachtung erstreckt, so weit erstreckt sich auch dieGlückseligkeit, und die Wesen, bei welchen solches denkende Betrach-ten in höherem Maße vorhanden ist, die sind auch im Besitze einerhöheren Glückseligkeit, und zwar nicht zufällig, sondern vermöge desWesens der denkenden Betrachtung, weil dieselbe an und für sich
lieber End»mia» und de» sprichwörtlichen ewigen Schlaf des vonder Luna geliebten schönen Jünglings finden sich die Stellen zusammcngetragenin dem grundgelehrten, aber etwas schwerfälligen Werke deS alten MelchiorZeidler, Introiluotio in leotionem Lrlstotells,XXXII, p. 65 ff. Bgl.Eie. lle Mnll>. V, 2V. und dort die Ausleger.
6) zzgl. Uristotel. Metaphysik I, Kap. 2, §. IS. und SchweglcrTH.il,S. 20. Biese I, S. 549, besonders I, S. 352.
7) D. li- ihr ganzes Leben besteht in dieser „theoretischen Thätigkeit.