Achtes Kapitel.
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als möglich unsterblich mache, und Alles zu dem Zwecke thue, demBesten, was in ihm ist, gemäß zu leben. Denn wenn dies auch deräußeren Erscheinung nach nur klein ist, so ist es doch an Kraft undWerth Allem überlegen. — 9. Ja man kann sagen, jeder einzelneMensch ist eigentlich nur dies >5), wofern anders wirklich das Vor-nehmste und Bessere sein eigentliches Selbst ausmacht. Demnachwäre es doch ungereimt, wenn der Mensch nicht sein eigenes Lebensich wünschen und wählen wollte, sondern das eines Andern ">).Ferner wird man finden, daß das, was ich zuvor '?) gesagt habe,auch jetzt sich als hiermit vollkommen in Harmonie erweist, nämlichder Satz, daß dasjenige, was jedem Einzelnen von Natur eigenthüm--lich gemäß ist, das ist auch für jeden Einzelnen das Vorzüglichste undAngenehmste. Aus diesem Satze folgt offenbar gleichfalls, daß auchfür den Menschen das Leben in der reinen Vernunftthätigkeit dasvorzüglichste und angenehmste ist, sofern dies eben vorzugsweise „derMensch selbst" ist. Mithin ist also dies Leben auch das glückseligste.
Achtes Kapitel.
In zweiter Linie steht dasjenige glückselige Leben, welches dieAusübung der übrigen Tugenden gewährt. Handlungen der Gerech-tigkeit nämlich und der Tapferkeit und sonstige Bethätigung andererTugenden üben wir Menschen unter uns gegenseitig, in Vertrags-verhältnissen, Bedürsnißfällen und Handlungen mannigfaltiger Art,und bei den leidenden Gemüthsaffekten, indem wir das für einenJeden Geziemende zu beobachten suchen. Dies sind aber, wie mansieht, lauter menschliche ') Dinge.
IV, 7, 7. die Hauptstellen gesammelt hat. Vgl. auch Aristoteles Rhetorik II,Kap. 2l. Schwegler: Com»,ent. zur Metaphysik I, Kap. r, §. 20 , S. 21 .Nur diese Geisteskraft, die ihn zu denken befähigt, ist sein eigentliches
Selbst.
Eines Andern, da§ nicht im eigentlichen Sinne Cr selbst ist.
IX, Kap. 8, §. 8.
I) „Menschlich", im Gegensätze zu den Angelegenheiten des denkendenGeistes im Menschen, der göttlicher Natur ist. S. Kap. 7, §. 8.