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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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379
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Siebentes Kapitel.

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6. Endlich liegt nach unserer Annahme die Glückseligkeit inder Muße. Denn wir opfern unsere Muße, um uns der Muße er-freuen zu können, wie wir Krieg führen, um in Frieden leben zukönnen. Was nun die praktischen Tugenden anlangt, so ist dasFeld ihrer Thätigkeit die Politik oder der Krieg, die Thaten aberans diesen Feldern sind das Gegentheil der Muße, zumal die kriege-rischen durchaus; denn kein Mensch wünscht Krieg zu führen, umKrieg!zu führen, oder Kriegsrüstungen zu veranstalten aus bloßerLiebhaberei "). Denn es würde so einer im vollen Sinne des Wortsals eine Art von Blutdürstigen betrachtet werden, der etwa seineFreunde sich zu Feinden machen wollte, damit es zu Schlachten undMördereicn komme. Allein auch die Thätigkeit des Politikers ge-stattet keine Muße, und ist außer ihrer eigentlichen Wirksamkeitimmer noch auf andere Zwecke, auf Herrschermacht und Ehren ge-richtet; oder, wenn sie die eigene und der Mitbürger Glückseligkeitbezweckt, so ist diese Glückseligkeit, mit der unsere Untersuchung sichgleichfalls beschäftigt, im Bewußtsein des Politikers doch immeretwas von seiner politischen Thätigkeit Verschiedenes'").

7. Wenn sich nun nicht leugnen läßt, daß unter den ver-schiedenen Handlungen und Bethätigungen der verschiedenen Tu-genden die politischen und kriegerischen an Schönheit und Größeobenan stehen "), diese aber doch immer mühe- und arbeit-

?) ,,DaS Einzige. was der Philosoph zu leisten hat, ist: die Wahrheit z»erkennen und zu verbreiten". H. Th. Buckle, Geschichte der CivilisationTh. II, S. 4SZ.

b) D- h. in der von keiner LebenSnoth verkümmerten Freiheit des Daseins.Dies ist ein Begriff, der in seiner Erhabenheit ganz dem hellenischen Alterthumangehört. Auch im römischen findet sich hier und da ein Abglanz davon; inunserer unruhigen, rastlos arbeitenden Zeit scheint er verloren gegangen zu sein.Edle Muße, mit edelster GeisteSthätigkeit erfüllt, ist dem großen Stagiritender Zweck der Lebensarbeit.

s, Das wissen freilich unsereKriegsherren" anders, wenn auch schwer-lich bester.

Der Text ist hier verdorben. Ich meine, daß er so gelautet hat: ^

eux Fxs'(>«x or-<t«x rHp TroAerexHk.

"> Eine komplimentirende Eonzesfion des Philosophen an seinen welt-erobernden königlichen Schüler Alexander.