Fünftes Kapitel.
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3. Noch klarer dürfte sich dies Herausstellen aus der Betrach-tung des Umstandes, daß für die eine Art von Thätigkeiten dasVergnügen, welches aus einer andern entsteht, hinderlich ist. DieLiebhaber von Instrumentalmusik z. B. sind nicht im Stande, denVorträgen aufmerksam zuzuhören, wenn sie einen Musiker in derNähe spielen hören, da sie größere Lust an der Musik empfinden, alsan der Thätigkeit, mit der sie es augenblicklich zu thun haben; somitvernichtet das aus die Musik gehende Vergnügen die Thätigkeit,welche sich mit dem sprachlichen Vortrage beschäftigt. — 4. Ganzebenso geht es überall, wo man mit zwei Dingen zugleich beschäftigtist; die angenehmere Thätigkeit nämlich verdrängt die andere, undwenn der Unterschied hinsichtlich des Vergnügens groß ist, in um sostärkerem Grade, dergestalt, daß es uns zuletzt gar nicht mehr möglichist, uns mit dem anderen Gegenstände zu beschäftigen. Daher kommtes, daß, wenn wir uns an etwas außerordentlich erfreuen, wir fastgar nichts anderes thun; und daß wir umgekehrt, wenn uns etwaswenig Vergnügen macht, andere Dinge vornehmen, wie z. B. die,welche bei den Theatervorstellungen Naschwerk zu essen pflegen, dasvorzüglich dann thun, wenn die Akteurs schlecht sind.
S. Wenn nun also das jeder Thätigkeit eigenthümliche Ver-gnügen jedesmal auch die Thätigkeit schärft und sie andauernder undbesser macht, während das derselben fremde sie schädigt, so ergibt sichklar, daß beide weit von einander verschieden sind. Denn man kannbeinahe sagen: das fremdartige Vergnügen thut dasselbe, was diejedesmalige der Thätigkeit eigenthümliche Unlust thut. Diese lähmtnämlich jedesmal die entsprechende Thätigkeit, z. B. wenn Jeman-dem das Schreiben widerwärtig und beschwerlich ist, oder das Rech-nen, so schreibt der Eine und rechnet der Andre eben nicht, da ihmdiese Thätigkeit Unlust verursacht. Es tritt somit bei den Thätig-keiten von der zu ihnen gehörenden, ihnen eigenthümlichen Lust undUnlust das Gegentheil als Folge ein; zu ihnen gehörend find die-jenigen Lust- oder Unlustempfindungen, welche bei der Thätigkeit anund für sich genommen eintreten. Die fremdartigen Lustempfindungendagegen üben, wie gesagt , eine der Unlust verwandte Wirkung
2) S- den vorhergehenden §. 4.
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