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Zehnte« Buch.
Kap. 5. Jede Empfindung wirkt auf das Empfindbare thätig ein,Be», und diese Einwirkung ist eine vollkommene dann, wenn die Empfin-dung selbst gesund und ihr Objekt das schönste von allen Dingen ist,welche in den Bereich der Empfindung gehören — denn grade dieserscheint vorzugsweise als Kriterium der vollkommenen Thätig-keit, und ob wir sagen, sie (die Empfindung) energire, oder dasWesen, in dem sie ist, soll uns hier einerlei sein. Demgemäß ist imEinzelnen jede Thätigkeit dann die beste, wenn das, von dem sieausgeht, sich im vollkommensten Zustande befindet, und das, woraufsie gerichtet ist, unter allen in ihren Bereich fallenden Dingen dasvorzüglichste ist. Diese Thätigkeit ist sicherlich die vollendetste undsüßeste; denn sie ist Lust für die gesammte Sinnlichkeit und zugleichfür Denkkraft und Einsicht. Die süßeste aber ist die vollendetste, unddie vollendetste wiederum ist die, welche, von gesunder Empfindungausgehend, sich auf das sittlich Beste, was in ihren Bereich gehört,bezieht. — 6. So ist es also die Lust, welche die Thätigkeit vollen-dend abschließt. Doch thut sie dies nicht in derselben Weise, wie dieEmpfindbare und die Empfindung, wenn sie sittlich gute find, sowieja auch die Gesundheit und der Arzt nicht aus dieselbe Weise Ursachedes Gesundbefindens find ^).
7. Ferner ist klar, daß jeder Sinn seine Lust hat, wie wir dennja auch von Augen- und Ohrenschmäusen reden. Eben so klar ist, daßdie Lust jedes Sinnes dann den höchsten Grad erreicht, wenn einer-seits der Sinn selbst vortrefflich und seine Thätigkeit auf ähnlichVortreffliches gerichtet ist. Sind also beide, das empfundene Objektund der empfindende Sinn, von dieser Art, so wird immer Lust ent-stehen, sobald nur etwas da ist, was thut, und ein anderes, was leidet.
8. Es vollendet aber die Lust die Thätigkeit nicht wie eineinnewohnende Fertigkeit, sondern wie ein Letztes, das schließlich hin-zukommt, wie die SchönheitSblüthe zur ausgewachsenen Jugend. Solange also das gedachte oder empfundene Objekt von der Art ist, wie
«) Der Arzt ist Ursache des Gesundsein«, als bewirkende Kraft, die Ge.sundheit ist e« als Formbestimmung des gesunden KbrperS. Ebenso vollendetda« Obsekt die Empfindung als bewirkende Ursache, weil e« auf den Sinn wirkt,die Lust dagegen vollendet die Tliätigkeit als Form. Dvnat. Aceiaiol.