Viertes Kapitel.
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gung von einem Ausgangs- zu einem Endpunkte hin ist, so sind diesauch die Artunterschiede derselben, der Flug, das Gehen, das Sprin-gen u. s. w. Aber dies ist noch nicht genug; sondern dasselbe ist auchder Fall bei dem Gehen selbst. Denn das „von — bis" ist nichtdasselbe in dem Stadium und in einem Theile des Stadiums, undwieder nicht dasselbe in diesem Theile und in jenem. Auch ist esnicht dasselbe, diese Linie zu durchlaufen oder jene; denn der Laufendedurchläuft nicht eine bloß abstrakte Linie, sondern eine Linie, die sichin einem Orte befindet, welcher für die eine ein anderer ist, als fürdie andere. — Das Genauere jedoch über die Lehre von der Bewe-gung ist anderswo abgehandelt worden^). Hierher gehört nur soviel,daß sie nicht in jedem Augenblicke der Zeit, wahrend welcher sie statt-findet, vollendet abgeschlossen ist, sondern daß die große Mehrzahlder Bewegungen unvollständige und der Art nach verschiedene sind,insofern das „von — bis" die Art der Bewegung bestimmt. —
Die Lust dagegen ist in jedem beliebigen Zeitmomente der Art nachvollendet abgeschlossen. Mithin ist klar, daß Lust und Bewegung voneinander verschieden sind, und daß die Lust etwas Ganzes und Voll-ständiges ist. Dies ergibt sich auch daraus, daß eine Bewegung, dienicht innerhalb einer Zeit stattfände, nicht denkbar ist, wohl aberein Gefühl der Lust. Denn das, was augenblicklich ist, ist immer einGanzes.
Aus diesen Bewegungen ist nun aber auch klar, daß die Phi-losophen nicht richtig die Lust als Bewegung oder Werden definiren,denn diese Begriffe find nicht auf Alles anwendbar, sondern nur aussolche Dinge, die theilbar und nicht Ganze sind. Gibt es ja auchkein Werden vom Sehen, oder von dem Punkte, oder von der Ein-heit, und ist doch ebenso keines dieser Dinge eine Bewegung oder einWerden; also gibt es auch keine Bewegung und kein Werden derLust, denn sie ist ein Ganzes.
Aristoteles verweist hier auf seine Vorträge über Physik. Vgl. Arist.?>>>-. V—VII.
b) D. h. innerhalb einer Zeit von einer gewissen Da »er. Ein Gefühlder Lust dagegen kann momentan, punktuell sein, „augenblicklich" tkr- reuvüv), wie Arist. sagt.