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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Viertes Kapitel.

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Andern beabsichtigt, und dem Letzteren macht man daraus einen Vor-wurf, während man den Elfteren um der Verschiedenheit seiner Ab-sicht willen lobt.

12. Den specifischen Unterschied von Vergnügen und Ver-gnügen beweisen auch solgende Bemerkungen: Kein Mensch würdewünschen mögen, sein ganzes Leben hindurch auf dem geistigen Stand-punkte eines Kindes stehen zu bleiben, wenn er auch dadurch im Fallewäre, Alles, woran sich Kinder vergnügen, im höchsten Maße zu ge-nießen, so wenig, als Jemand sich an einem fortgesetzten Thun vonetwas überaus Schimpflichem freuen möchte, wenn ihm auch verbürgtwäre, daß er zu keiner Zeit Schmerz empfinden sollte. Andererseitsgibt eS viele Dinge, denen jeder Mensch gewiß gern ein eifrigesStreben zuwenden würde, selbst wenn dasselbe kein Vergnügen inseinem Gefolge hätte, wie z. B. das Sehen, das Sicherinnern, dasWissen, der Besitz der sittlichen Vollkommenheiten. Daß diese Dingenothwendig Genüsse mit sich führen, macht in der Sache keinen Un-terschied; denn wir würden uns dieselben auch dann wünschest, wennuns keine Lust aus ihnen käme.

In Summa also darf als ausgemacht gelten: daß die Lust nichtdas höchste Gut, und daß nicht jede Lust wünschenswerth ist, undendlich, daß es gewisse Arten von Lust gibt, welche an und für sichwünschenswerth und von andern durch den Artunterschied und durchdie Gegenstände, durch welche sie hervorgebracht werden, verschie-den sind.

Hiermit also glaube ich von den gäng und gäben Ansichtenüber die Luft genug gesagt zu haben.

Viertes Kapitel.

Was aber und welcherlei Art dieselbe sei, wird noch klarer «ap.werden, wenn wir die Betrachtung von ihrem Ausgangspunkte wieder Be»ausnehmen.

Es gilt nämlich als ausgemacht, daß das Sehen in jedem Zeit-momente ein vollständiges ist, denn es mangelt ihm nichts, was ihm